Thementouren „Wasser im Ruwertal“ und „Oberkailer Zeitspuren“ feierlich eröffnet

Vor einer Woche wurden gleich zwei Thementouren eröffnet, die im Rahmen unseres Landesprojekts entstanden sind: Die Thementour „Wasser im Ruwertal – von der Antike bis heute“ und die Tour zu Stockgütern und anderen historischen Gebäuden in Oberkail in der Eifel. Beide Eröffnungen zeigen, wie unterschiedlich und doch gleichermaßen beeindruckend das eigene kulturelle Erbe und die in den Teilprojekten erfassten digitalen Daten vor Ort erlebbar gemacht werden – für die Menschen der Region mit einem unmittelbareren Mehrwert.

Am Donnerstag (10.9.) wurde in der Tourist-Information der Verbandsgemeinde Ruwer in Kasel der Themenweg „Wasser im Ruwertal“ im Beisein verschiedener Bürgermeister:innen, der regionalen Presse und des KuLaDig-RLP-Teams feierlich eröffnet. Thomas Hoffmann, Bürgermeister der Verbandsgemeinde Ruwer, sprach allen Beteiligten den Dank im Namen der Kommune aus und Projektmitarbeiter Florian Weber skizzierte die gemeinsame Arbeit im Teilprojekt und das daraus resultierende Ergebnis: Von nun an führt ein rund 8 Kilometer langer Themenweg von Kasel aus den Lauf von Ruwer und Riveris entlang bis hinauf zur Talsperre und erläutert an acht Wissensstationen mit anschaulichen Expertenvideos, wie sehr das Wasser das Ruwertal prägte und prägt. Denn bereits die Römer nutzten das Wasser der Ruwer, das als besonders sauber und trinkbar galt, und bauten im ersten Jahrhundert n. Chr. einen Aquädukt, der das Wasser in einem leichten Gefälle bis nach Trier führte. An den Stationen, an denen sich keine Originalstücke erhalten haben oder Repliken errichtet wurden, bieten die Visualisierungen unseres Kooperationspartners ARGO aus Trier einen augmentierten Blick in die Vergangenheit. Neben der Römerzeit wird auch die Wasserversorgung im Mittelalter thematisiert, bevor an der Riveristalsperre ein Einblick in die ganz aktuelle Wasserwirtschaft geboten wird. Mithilfe von Drohnenaufnahmen und einem Video durch den Kontrollgang der Talsperrenmauer wird dieses eigentlich unzugängliche Bauwerk für Interessierte erlebbar. Mithilfe der Förderung Regionales Zukunftsprogramm der Landesregierung Rheinland-Pfalz wurden nun auch neue Infoschilder an den einzelnen Wissensstationen sowie an der Tourist-Information in Kasel angebracht und Flyer gedruckt.

Impressionen von der Eröffnungsveranstaltung in Kasel (Bilder: Kristina Sus, Sarah Krieger und Christa Weber /Trierer Volksfreund)

Am Sonntag (13.9.) wurde am Tag des offenen Denkmals in Oberkail die Tour zu den Stockgütern und anderen historischen Gebäuden des Ortes eröffnet. Bürgermeisterin Petra Fischer sowie Claus Rech und Jörg Kreutz vom Verein Oberkailer Zeitspuren e.V. stellten gemeinsam mit Florian Weber die Arbeit im Teilprojekt vor: 2024 hatte sich die Ortsgemeinde Oberkail gemeinsam mit dem Verein Oberkailer Zeitspuren e.V. für eine Teilnahme im Landesprojekt beworben, ein Ortsbeitrag und 25 Objektbeiträge wurden in KuLaDig veröffentlicht. In den akribisch recherchierten Beiträgen wird die Geschichte der historischen Gebäude sowie der Generationen von Menschen, die in ihnen wohnten, erzählt. In den Videoclips, die durch Studierende der Universität Koblenz in Zusammenarbeit mit verschiedenen Hausbewohner:innen entstanden sind, werden ganz persönliche Einblicke hinter die Türen gewährt, Anekdoten und Ortsgeschichte auf diese Weise lebendig. Im Jahr 2025 wurde Oberkail zusätzlich mit unserer Sicht.bar-Förderung finanziell unterstützt, so dass Infoschilder produziert werden konnten, die künftig an allen historischen Gebäuden angebracht werden, um die Geschichten digital verfügbar zu machen.

Die Eröffnung der Oberkailer Tour zu den Stockhäusern und weiteren historischen Gebäuden am Tag des offenen Denkmals

Diese zwei Beispiele einer digitalen Sichtbarmachung vor Ort, per Plakette und QR-Code, zeigen, wie man historische Informationen und kuratierte digitalen Daten für die breite Öffentlichkeit unmittelbar am Schauplatz verfügbar macht und Kultur mit Natur oder ländlichem Leben eindrucksvoll verbindet. In Zeiten, in denen immer stärker auf KI zur Beantwortung von Fragen zurückgegriffen wird und die direkte Nutzung von Wissensportalen zurückgeht, stellt diese Vorgehensweise eine autonome Form der lokalen digitalen Wissensvermittlung dar. Nicht zuletzt stärken derartige Projekte und Initiativen den Zusammenhalt im Ort und in der Region.

Wir danken allen an den beiden Teilprojekten beteiligten Personen, insbesondere den kommunalen Teams, die – unserem Citizen-Science-Ansatz folgend – das Wissen um das eigene kulturelle Erbe haben einfließen lassen, den Studierenden der Universität Koblenz, die mit der Medienproduktion wichtige mediale Bausteine lieferten, und all den Menschen, die sich für unsere Arbeit interessieren. Wir werden in unserer neuen Reihe „Themenroute des Monats“ demnächst ausführlicher über die beiden Touren berichten.

Titelbild: Führung in Oberkail, Bild von Irmgard Arnoldy-Müller.

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