Über das Projekt

Kulturgeschichte sichtbar, erlebbar, nutzbar machen.
Forschungsprojekt zur Digitalisierung des kulturellen Erbes in Rheinland-Pfalz

Jede noch so kleine Kommune hat ihr spezielles kulturelles Erbe, das lokale Identität stiftet. Ziel des Forschungs-, Förder und Modellprojekts „Digitale Erfassung und Präsentation von Kulturlandschaften in Rheinland-Pfalz (KuLaDig-RLP)“ ist es, die kulturelle Vielfalt in Rheinland-Pfalz systematisch zu erfassen und durch digitale wie multimediale Aufbereitung ausgewählter Objekte sichtbar und im Alltag vielseitig nutzbar zu machen, für Einheimische wie Außenstehende.

Kulturgeschichte(n) „von unten“

„KuLaDig-RLP“ fördert durch Diskussionen und Projekte vor Ort gezielt eine Kommunalentwicklung „von unten“: Welche Objekte und Bräuche sind uns selbst wichtig und stiften vor Ort Identifikation? Worauf sind wir stolz, auch generationsübergreifend? Wie wollen wir diese Objekte als multimediale und digitale Daten öffentlichkeitswirksam und anwendungsbezogen fürs Web aufbereiten? Für welche Zwecke und in welchen Formen (etwa als Rundweg, Unterrichtsprojekt oder Spiel) wollen wir unser digitalisiertes kulturelles Erbe produktiv und kreativ einsetzen? Ausgangspunkt ist ein modernes, weltoffenes Heimatkonzept für Alteingesessene wie Zugezogene: Tradition erkennen, erfassen, bewahren und erlebbar machen, um Zukunft gemeinsam zu gestalten, in der kleinen ländlichen Kommune genauso wie im urbanen Kontext eines Großstadtviertels abseits touristischer Pfade.

Der Flyer zum Projekt – hier zum Download

Kooperationspartner und Netzwerke

Das Projekt wird vom Institut für Kulturwissenschaft der Universität Koblenz-Landau mit Unterstützung durch die Struktur- und Genehmigungsdirektion Süd durchgeführt und von 2019 bis 2021 vom rheinland-pfälzischen Innenministerium sowie der Universität Koblenz-Landau finanziell gefördert. Es kooperiert mit etlichen Institutionen in Politik, Verwaltung, Wirtschaft und Wissenschaft und integriert Forschung wie Transfer in universitäre Lehre.

Vielfalt der Objekte: Ob Flößereigeschichte auf dem Rhein, Flurkreuze oder die Burgen in der Pfalz – kulturelles Erbe kann sich sehr unterschiedlich zeigen

Pilotkommunen und Modelle

Das Projektteam versteht sich als Katalysator der Eigeninitiative in den Kommunen. 2019 wurden neun Pilotkommunen unterschiedlichster Region, Größe und Charakteristik gefördert, 2020 kommen weitere elf hinzu, 2021 nochmals zehn. Ziel ist es, anhand dieser Pilotkommunen Modelle zur systematischen Digitalisierung und Nutzbarmachung des kulturellen Erbes in kleinen wie großen Kommunen zu entwickeln und dadurch allen rheinland-pfälzischen Kommunen Verfahren und Leitfäden zur Verfügung stellen, um ihr kulturelles Erbe in die Wissensplattform KuLaDig einzubringen.

Fotos, Audios Videos, Karten – die Objekte werden multimedial anschaulich gemacht

Multimediale Kulturgeschichte(n)

Die digitale Dokumentation und Vermittlung identitätsstiftender Orte und Objekte sowie der immateriellen Kulturgüter, die mit ihnen verbunden sind, ist von immenser Wichtigkeit, von den Kommunen allein aber kaum zu leisten. Hier setzt das Projekt „KulaDig-RLP“ an und unterstützt Kommunen systematisch bei der digitalen Erfassung ihres kulturellen Erbes. Historische Objekte oder kulturelle Bräuche werden an geografischen Orten dokumentiert und durch Texte wie audiovisuelle Medien erfahrbar gemacht. Ob Scans von Dokumenten, Fotos, Filme, Augmented Reality oder Oral-History-Dokumente, in denen Zeitzeugen Erlebnisse und Erinnerungen für die Nachwelt sichern – vieles lässt sich in Bezug zu dem jeweiligen Objekt setzen. Dieses reicht vom Einzelobjekt (beispielsweise einer Burg, einer Kirche, einem Brunnen, einem Wegekreuz) bis hin zu einem geografisch definierten Raum (eine Ortschaft, ein Stadtteil oder ein Kulturlandschaftsraum wie ein Weingebiet oder eine Burgen- und Flusslandschaft). Alle erstellten Beiträge werden der Öffentlichkeit über kuladig.de verfügbar gemacht.