Objekt des Monats Mai: Spuren historischer Berufe im Oberen Mittelrheintal

Was haben das alte Lotsenhaus in Kaub, die Salmfangplätze bei Sankt Goar und der frühere Floßliegeplatz in Kamp-Bornhofen gemeinsam? Sie alle zeugen von Berufen, die einst im Oberen Mittelrheintal betrieben wurden und die Menschen geprägt haben, aber so nicht mehr existieren. Auch sind sie beispielhaft für ein für KuLaDig typisches Phänomen: Die Plattform bietet über 25.000 Objektbeiträge, rund 350 davon in der Region Welterbe Oberes Mittelrheintal. Diese Fülle an Objektbeiträgen ist ein großer Schatz, da immens viel spezifisches Wissen zu diesen Orten oder auch Ereignissen und immateriellen Praktiken digital nachhaltig und langfristig und kostenfrei eröffnet wird. Allerdings oft isoliert nebeneinander.

Der Objektbestand in KuLaDig auf einen Blick im Kartenwerk angezeigt.

Bislang waren die eingangs erwähnten Beiträge lediglich in ihrem örtlichen Kontext mit anderen Beiträgen verbunden, beispielsweise als Teil des kulturellen Erbes der Stadt Kaub oder der Ortsgemeinde Kamp-Bornhofen. Es fehlte die gezielte Nutzbarmachung der thematischen Anknüpfungspunkte miteinander, um eine tiefere Ebene des Storytellings nutzerfreundlich anzubieten.

Fiktive Darstellung des vielleicht skurrilsten Berufes im Oberen Mittelrheintal, des Echobläsers in der Felsenhöhle gegenüber des Loreleyfelsens.

Seit einem Jahr beschäftigen wir uns im Teilprojekt „KuLaDig-RLP meets BUGA 2029“ nun auch mit der Frage, wie sich einzelne Objekte im KuLaDig-Bestand der Region Oberes Mittelrheintal miteinander thematisch verknüpfen lassen, unter anderem zu Themenrouten quer durchs Tal. Dies bedeutet auch, dass wir die vorhandenen Inhalte einer Prüfung unterziehen, ob sich thematische Verknüpfungen mit anderen Objekten anbieten.

Ein Beispiel dafür ist der Themenbeitrag „Spuren historischer Berufe im Oberen Mittelrheintal“, unser Objekt des Monats Mai. Unter einem Beitrag und somit auch unter einer URL werden von nun an alle Objekte im Oberen Mittelrheintal gelistet, die sich mit dem Thema historische Berufe in Zusammenhang bringen lassen – etwa mit Flößern, Lotsen, Zöllnern, Fischern, Bergmännern, Treidlern… Diese Vorgehensweise lässt sich auch auf andere Themen übertragen und so sollen Beiträge zu den Schauplätzen von Sagen und Legenden ebenso entstehen, wie zu historischen Tatorten (True-Crimes-Schauplätzen) oder Bezugs- und Schaffensorten aus den Werken von Künstler:innen.

Wie auf diesem Bild, lassen sich zukünftig auch in KuLaDig Schauplätze von Sagen und Legenden auf einen Blick unter einem Themenbeitrag sichtbar machen (Bild: Sarah Krieger und Elly Ediger, mithilfe von KI erstellt).

Dieses Prinzip lässt sich auch auf alle KuLaDig-Beiträge aus dem Oberen Mittelrheintal beziehen. So können unter einer Projektsicht alle Objekte sichtbar und auch für die Besucher:innen der BUGA 2029 nutzbar gemacht werden.

So sieht die Projektansicht der BUGA-KuLaDig-Objekte aus dem Oberen Mittelrheintal aus.

Ideen für weitere Themenbeiträge und erste Konzepte zu Themenrouten stellen wir am 7. Mai in Oberwesel bei unserer Informationsveranstaltung vor.

Titelbild: Vier Männer auf einem Rheinfloß, der zweite von links (vom Betrachter aus) hält einen Lappen, eine seitliche Ruderstange, in der Hand (um 1910), Copyright-Hinweis: Alfred Leyendecker / Flösser- und Schiffermuseum Kamp-Bornhofen.

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