KuLaDig-RLP meets BUGA29

Blick auf die Rhein-Höhenburg Sterrenberg und die Ortsgemeinde Kamp-Bornhofen am Rhein (Bild: Jürgen Dedekind, 2015).

Das Obere Mittelrheintal erstreckt sich zwischen Koblenz, und Rüdesheim bzw. Bingen auf einer Fläche von 65 Rheinkilometern. Aufgrund seiner langen und reichen Geschichte und der daraus resultierenden weitreichenden kulturhistorischen Bedeutung wurde das Flusstal 2002 zum UNESCO-Welterbe – Welterbe Oberes Mittelrheintal (WOM) – erklärt. Um diese Bedeutung nochmals hervorzuheben und die weitere Entwicklung der dortigen Kommunen voranzutreiben, wird 2029 im WOM die Bundesgartenschau stattfinden. Um dieses besondere Ereignis im Vorfeld zu unterstützen, startete mit der dritten Projektphase im Frühjahr 2025 unser Teilprojekt „KuLaDig-RLP meets BUGA29“.

Zielsetzungen und Meilensteine

Unser Teilprojekt hat folgende Ziele:

  • die bereits vorhandenen rund 300 Objekte / KuLaDig-Beiträge im WOM zu sichten, zu optimieren und multimedial anzureichern
  • noch nicht in KuLaDig erfasste wichtige Objekte zu ergänzen
  • ggf. gemeinsam mit Kommunen und Partnern (s.u.) neue Formate zu entwickeln
  • ausgewählte Objekte / KuLaDig-Beiträge zu verbinden zu Themenbeiträgen und KuLaTouren bzw. Themenrouten
  • dabei ggf. bereits vorhandene andere Digitalprojekte im WOM zu integrieren
  • alle Objekte / digitalen Anwendungen nutzerfrezndlich für die Besucher:innen der BUGA in einer gemeinsamen digitalen Plattform unter einer URL verfügbar zu machen.

Das Jahr 2025 stand im Zeichen der Konzeptentwicklung und Netzwerkbildung, ab 2026 geht es schrittweise an die Umsetzung erster Themenrouten oder sonstiger digitaler Anwendungen sowie die flächendeckende Erfassung des WOM in KuLaDig.

Was zuletzt passiert ist

Termine und Aktionen

  • 23. Juni 2026: Teilnahme an der Abschluss-Podiumsdiskussion zur Vortragsreihe „Die Amis kommen!“ im Theater Lahnstein
  • 1. Juli 2026: Interview mit TV Mittelrhein zur Vortragsreihe „Die Amis kommen!“
  • 8. Juli 2026 (18 – 21 Uhr): „KuLaDig-RLP meets BUGA 2029“ auf der Nacht der Forschung an der Uni Koblenz
  • 1. September 2026: Netzwerktreffen KuLaDig-RLP in Nierstein, Impulsvortrag zu Storytelling und Themenrouten
  • 30. September 2026: BUGA-Dialog12 anlässlich der 7. Skulpturen Triennale in Bingen
    Vortrag: „Verbindungen sichtbar machen. Themenrouten von KuLaDig-RLP als Plattform für Identität, Teilhabe und nachhaltige Regionalentwicklung“
  • Oktober 2026: Start des zweiten Projektseminars „KuLaDig-RLP meets BUGA 2029“ an der Uni Koblenz

Mitmachaktion / Call for Action

Zurzeit erstellt das Projektteam für die Plattform KuLaDig (www.kuladig.de) Themenbeiträge, um die kulturhistorische Vielfalt im ganzen WOM sichtbar und für Einheimische wie Touristen verfügbar zu machen (Beispiel: Spuren historischer Berufe). Eine Übersicht derzeit angedachter Themen finden Sie unten. Alle, die bei der Erstellung der Themenbeiträge unterstützen können und möchten, sind herzlich eingeladen, sich beim Projektteam zu melden (via kuladigrlp@uni-koblenz.de) mit Tipps, Ansprechpartnern, Texten und Medien. Oder gibt es Themen und Objekte, die noch in KuLaDig oder der Themenliste fehlen? Das Landesprojekt freut sich über Rückmeldungen jeder Art.

Themenpat:innen gesucht!
Orte + Geschichte(n) gesucht!
Historische Medien gesucht!
Weitere Ideen gesucht!

Kontakt: kuladigrlp@uni-koblenz.de
  • Spuren historischer Berufe (in Bearbeitung)
  • Sagen und Mythen
  • Burgen im Oberen Mittelrheintal
  • Künstler/innen im WOM
  • Fehden und Kriege
  • „Die Amis kommen!“ Das Ende des Zweiten Weltkriegs am Mittelrhein
  • Machtbereiche und Grenzen
  • True Crime am Mittelrhein
  • Verkehrsgeschichte am Mittelrhein
  • Fähren im Oberen Mittelrheintal
  • Stationen der Nassauischen Kleinbahn
  • Pflanzenwelt im WOM
  • Welterbegärten
  • Biografien mit Bezug zum WOM
  • Spuren von Hildegard von Bingen im WOM
  • Spuren jüdischen Lebens im WOM
  • Wirtschaftsgeschichte am Mittelrhein
  • Orte der Industrialisierung

Kennen Sie eigentlich schon …

… unsere Themenroute zur Geschichte der Flößerei in Kamp?

Am Bahnhof in Kamp startet die Tour durch die Geschichte eines früher bedeutenden und heute fast vergessenen Berufs. An 9 Stationen, vor Ort immer gut erkennbar durch die gelb-blauen QR-Codes, erhält man Informationen zu diesem immateriellen Kulturerbe, in Form von kurzen Texten, Fotos, Audios, Videoclips, Wischbildern oder einem virtuellen Rundgang durch das Flößer- und Schiffermuseum im Rathaus. Weitere ausführliche Informationen erhält man im KuLaDig-Themenbeitrag, sogar in einer kindgerechten Version verfügbar.

Bereits erstellte Anwendungen (Auswahl)

Gesamtüberblick über alle im Rahmen des Projekts erstellten oder überarbeiteten KuLaDig-Beiträge

Auftaktveranstaltung im Kulturhaus Oberwesel

Impressionen vom der Auftaktveranstaltung und vom Workshop „Themen – Objekte – Formate für die BUGA 2029“.

Am 27. März 2025 fand im Beisein von Staatssekretärin Simone Schneider (MdI) unsere Auftaktveranstaltung im Kulturhaus in Oberwesel statt. Rund 60 Vertreter:innen von Kommunen des Oberen Mittelrheintals, engagierte Privatpersonen und Vereinsmitglieder sowie BUGA-Akteur:innen waren gekommen, um sich über die Neuausrichtung im Landesprojekt KuLaDig-RLP zu informieren und darüber miteinander ins Gespräch zu kommen, auch um eigene Anregungen einzubringen. Neben einem „Markt der Möglichkeiten“, auf dem sich verschiedene Akteure des BUGA-Gebiets mit ihren digitalen Anwendungen präsentierten, gab es Impulsvorträge von BUGA GmbH und Romantischer Rhein Tourismus GmbH zum damals aktuellen Stand der Vorbereitung der Bundesgartenschau 2029 und von KuLaDig-RLP-Projektleiter Michael Klemm zu unserem Projektvorhaben. Im abschließenden Workshop „Themen – Objekte – Formate für die BUGA 2029“ entwickelten die Teilnehmenden in Arbeitsgruppen eigene Visionen und präsentierten diese am Ende kurz reihum. Es ging um folgende Fragen: Welche Objekte und Orte in meiner Region sollten als „Leuchtturm-Objekte“ für die Region erfasst werden und wie könnte eine zeitgemäße digitale Präsentation dieser Objekte aussehen? Welche Themen(routen) sind es, mit denen Besucher:innen die kulturelle Vielfalt des Oberen Mittelrheintals kennenlernen können? Welche innovativen und interaktiven Medienformate bieten sich an oder fehlen noch im BUGA-Gebiet, um möglichst verschiedene Zielgruppen anzusprechen? Die Ergebnisse des Workshops sind in die weitere Projekt-Konzeption eingeflossen. Als Leitmotiv für die Konzeptentwicklung dient das Szenario, für eine Familie Anregungen zu einer Tagestour oder einem Wochenendausflug im WOM zu entwickeln.

Informationsveranstaltung und Workshop im Mai 2026

Am 7. Mai 2026 fand im Kulturhaus Oberwesel die nächste Informationsveranstaltung unseres BUGA-Teilprojekts statt. Welche Themen und Orte prägen das kulturelle Erbe des Oberen Mittelrheintals – und wie lassen sie sich digital, innovativ und zugleich unterhaltsam vermitteln? Mit diesen Fragen beschäftigte sich die rund 50 Teilnehmenden. Bereits vor dem offiziellen Beginn präsentierten Partner und Projekte beim Markt der Möglichkeiten neue digitale Anwendungen zur Wissensvermittlung und luden zum Ausprobieren ein. Nach den Grußworten von Stadtbürgermeister Jan Zimmer, Anne Herm vom Innenministerium Rheinland-Pfalz und Rolf Wölfert von der BUGA gGmbH stellte Projektleiter Michael Klemm die bisherigen Entwicklungen des Teilprojekts vor und zeigte, wie erste Ideen aus der Auftaktveranstaltung von Studierenden der Universität Koblenz und dem Projektteam weiterentwickelt wurden. Entstanden sind unter anderem Konzepte zu Themenrouten rund um Mythen und Sagen, True Crime, Künstler:innen im Mittelrheintal, historische Berufe, ein musikalischer Rheinwanderweg, ein „Eduventure“ auf dem Schiff sowie das Mitmach-Fotoprojekt „Rheinromantik 2.0“.

Im anschließenden Workshop im World-Café-Format konnten die Teilnehmenden die Konzepte an verschiedenen Thementischen diskutieren, eigene Ideen einbringen und gemeinsam weiterentwickeln. Dabei wurde erneut deutlich, wie wichtig die Beteiligung der Menschen vor Ort für die Vermittlung kulturellen Erbes ist.

Das BUGA-Projekt bei der „Nacht der Forschung 2026“ an der Uni Koblenz

Auf viel Interesse von Bürger:innen, Kolleg:innen und Studierenden stieß bei der „Nacht der Forschung 2026“ an der Uni Koblenz der interaktive Stand zu unserem Landesprojekt. Projektleiter Michael Klemm und Projektkoordinator Florian Weber standen drei Stunden lang Rede und Antwort und demonstrierten die vielen digitalen Formate, die seit 2019 zur Präsentation des kulturellen Erbes in Rheinland-Pfalz entwickelt wurden. Im Fokus stand dieses Mal das Teilprojekt „KuLaDig-RLP meets BUGA 2029“. Die Besucher:innen konnten schon einen Blick hinter die Kulissen des Projekts erhalten und mehr über Themen und Konzepte für die Routen erfahren, auch über die Möglichkeiten, selbst mitzumachen.

Kooperation mit Büro viriditas

Thomas Merz, Inhaber des Büros viriditas, bei der 360-Grad-Aufnahme eines Objekts und bei der Präsentation einer Laserscan-Anwendung am Wilhelm-Erbstollen in Kaub, im Rahmen der Förderbescheidübergabe an KuLaDig-RLP durch Innenminister Ebling.

Um die oben genannten Ziele zu erreichen, schlossen wir 2025 eine Kooperation mit dem Büro viriditas aus Weiler bei Bingen. Mit dem Inhaber, dem Biologen Thomas Merz, arbeiteten wir bereits in unserem Teilprojekt Bacharach erfolgreich zusammen. So bereichert Merz das Teilprojekt mit seinem vielfältigen Wissen zum WOM, etwa zu Pflanzen und deren historischer Nutzung sowie zu Baudenkmälern und historischen Hintergründen. Darüber hinaus verfügt viriditas als Dienstleister im Bereich der Digitalisierung kulturlandschaftlicher Phänomene über eine langjährige Erfahrung in der Erstellung virtueller 360-Grad-Touren, von Laserscans, Drohnenaufnahmen und digitaler 3D-Modellierung. Dies ergänzt hervorragend die im Landesprojekt entwickelten Formate, mit dem Ziel, die Kulturschätze des WOM interaktiv, attraktiv und nutzerorientiert erlebbar zu machen. Unter anderem geht es darum, gemeinsam eine Präsentationsplattform zu entwickeln, in der unsere künftigen Themenrouten sowie alle digitalen Angebote zum Thema Kulturlandschaft und kulturelles Erbe – ggf. auch anderer Dienstleister – zugänglich gemacht werden.

Beteiligung von Studierenden

Studierende des neuen Projektseminars im Seminarraum (links) und bei einer Exkursion in Kaub (rechts).

Im Wintersemester 2025/26 fand erstmals das Projektseminar „KuLaDig-RLP meets BUGA29“ statt. In diesem praxisnahen Seminar haben Studierende der Kulturwissenschaft an der Universität Koblenz die Möglichkeit, sich über die BUGA 2029 zu informieren und selbst Konzepte für digital und multimedial ausgestaltete Themenrouten zu entwickeln. Verantwortliche der BUGA 2029 stellten im Seminar die Konzepte und Projekte vor. Zudem konnten wir das Feedback der Studierenden im Bereich User Experience nutzen, indem wir bereits erarbeitete digitale Anwendungen – konkret das Mittelrhein Eduventure in Kaub und Weisel sowie virtuelle Räume und Touren in Bacharach – auf Exkursionen testen ließen. Wir erhielten dadurch wertvolle Hinweise, um die Anwendungen möglichst benutzerfreundlich und zielgruppengerecht zu gestalten. Die Studierenden veranstalteten zudem einen Workshop mit Expert:innen zur Besprechung ihrer Tourenkonzepte und wirkten an dessen Moderation mit.

Impressionen von der Exkursion nach Bacharach

Eindrücke vom Workshop am 3. März 2026 an der Uni Koblenz: Intensive Besprechungen mit Expertinnen und Experten

Kooperationspartner

In unserem Teilprojekt sind wir auf die enge Zusammenarbeit mit kompetenten Partnern angewiesen. Dazu gehören neben den zahlreichen Wissensträger:innen in den Kommunen zum Beispiel – neben dem bereits erwähnten Büro viriditas – der Zweckverband Welterbe Oberes Mittelrheintal, die daran angegliederte BUGA 2029 GmbH und die Romantischer-Rhein-Touristik GmbH, aber auch Partner an der Universität Koblenz wie die Transferstelle als Mitglied des „BUGA-Lab“. Wissenschaftliche Kooperationen bestehen neben viriditas auch mit dem Institut für Geschichtliche Landeskunde und dem dort angesiedelten Portal regionalgeschichte.net sowie der Generaldirektion Kulturelles Erbe auf dem Gebiet der Denkmalzonen im WOM. Mit all diesen Partnern und etlichen weiteren sind wir im regelmäßigen Austausch.