Die Vortragsreihe „Die Amis kommen! Das Kriegsende 1945 zwischen Koblenz und Kaub“ thematisierte an fünf Abenden im jeweils ausverkauften Theater Lahnstein die letzten Kriegstage und die Zeit danach im Oberen Mittelrheintal, konkret in Koblenz, Lahnstein, Rhens, Brey, Braubach und Kaub.
Vortragende waren Lokalhistoriker und Stadtarchivare, die eindrücklich anhand zahlreicher Quellen und Dokumente diese dramatischen Tage, mitunter auch Wochen und Monate, auch aus Sicht der Bevölkerung schilderten. Organisiert wurde die Veranstaltung von einem ehrenamtlichen Team um Ulrich Linnemann und Klaus Schoch, unterstützt von unserem Landesprojekt. Die Stadt Lahnstein sorgte mit der Einladung, die Vorträge in den Räumlichkeiten des Theaters abzuhalten, für ein tolles Ambiente. Die regen Diskussionen im Anschluss an die Präsentationen zeigten, wie bedeutsam für die Bevölkerung das Thema auch nach über 80 Jahren weiterhin ist – und wie lohnend dementsprechend eine weitere Aufarbeitung.

Die Beteiligten an der Veranstaltungsreihe am Abend des letzten Vortrags. Foto: Blanka Linnemann
Im Anschluss an den letzten Vortrag des Lahnsteiner Stadtarchivars Bernd Geil fand eine Podiumsdiskussion statt, in der erneut deutlich wurde, wie wichtig das oft langjährige Engagement der Lokalhistoriker ist, die in Archiven oder per Befragung akribisch die Daten zu ihren spannenden Erzählungen zusammengetragen haben. Besonders wertvoll ist die Integration von Zeitdokumenten und Zeitzeug:innen in die Betrachtung, um trotz aller längst in Büchern und Filmen überlieferten Geschichte „das ganze Bild“ zu erhalten, wie es KuLaDig-RLP-Projektleiter Michael Klemm formulierte.

Interview von TV Mittelrhein am 1. Juli 2026 mit Ulrich Linnemann (Mitte) und Florian Weber über die Vortragreihe und mögliche Fortsetzungsformate
Eine Fortsetzung der Veranstaltungsreihe, dann zu einem anderen historischen Thema, steht für das nächste Jahr in Aussicht, wieder mit ausdrücklicher Unterstützung der Stadt Lahnstein, wie Oberbürgermeister Lennart Siefert im Rahmen der Diskussion zusicherte.
Die als Audio aufgezeichneten Vorträge und die darin präsentierten Dokumente sollen über das Internetportal KuLaDig der Öffentlichkeit verfügbar gemacht werden. Denkbar ist auch eine Themenroute im Rahmen unseres Teilprojekts „KuLaDig-RLP meets BUGA 2029„, die an besonders relevante Orte der damaligen Geschehnisse führen könnte. Da sich im Umfeld der Vorträge rund 30 Zeitzeug:innen meldeten, wird zudem ein Projekt zur digitalen Dokumentation dieser Stimmen angestrebt.