In fast jedem Bundesland wurden in den letzten beiden Jahrzehnten Internetportale zur Landes- und Regionalgeschichte aufgebaut. Die von uns genutzte Plattform KuLaDig in Nordrhein-Westfalen und unser Kooperationspartner regionalgeschichte.net am Institut für Geschichtliche Landeskunde in Rheinland-Pfalz gehörten Anfang der 2000er Jahre zu den Pionieren dieser Entwicklung – und stellen bis heute eine wichtige Informationsquelle für alle dar, die sich für die Kulturelles Erbe und den Wandel der historischen Kulturlandschaft insbesondere im Rheinland interessieren. Diese Portale stehen zugleich unter stetigem Druck, sich weiterzuentwickeln – technologisch, inhaltlich, zielgruppenorientiert in einer sich rasch und umfassend verändernden Medien- und Kulturlandschaft.


Grund genug für die zahlreichen Portale, sich in einer Arbeitsgemeinschaft zusammenzuschließen und sich regelmäßig auszutauschen, auch um voneinander zu lernen und zu profitieren. In der AG sind Mitarbeitende von Archiven, Bibliotheken, Museen, Forschungs- oder anderen Einrichtungen versammelt, die Internet-Portale zur Landes- und Regionalgeschichte sowie Landeskunde aufbauen (möchten) oder betreiben. Und so fand Ende April bereits die 19. Jahrestagung der AG Regionalportale statt, mit gut 50 Teilnehmenden in den Räumen des Landesbibliothekszentrums Rheinland-Pfalz in Koblenz (LBZ). Um den Fokus auf das Gastgeberbundesland zu repräsentieren, war auch unser Landesprojekt zum Vortrag eingeladen worden.
Acht Bundesländer und Kolleg:innen aus zwei österreichischen Regionen waren in Koblenz vertreten, um über neue Entwicklungen ihrer Portale oder über Forschungsprojekte zu berichten. Darunter etablierte Portale wie Bavarikon aus Bayern, das unter anderem seine Social-Media-Aktivitäten vorstellte, oder LEO BW aus Baden-Württemberg, das gerade in einer Umbauphase steckt. Ähnlich ergeht es unserem Projektpartner KuLaDig, der im Laufe des Jahres das neue Frontend präsentieren möchte – und auf der Tagung erste Einblicke in die neugestaltete Oberfläche gab. Auch regionalgeschichte.net befindet sich aktuell in einer technischen Umbauphase, um das inhaltsreiche Portal zukunftssicher zu machen. Den Umbau bereits hinter sich hat Lagis aus Hessen – hier wurden die neuen Features und Verbesserungen in Koblenz vorgestellt.



Zudem stellten sich Forschungsprojekte vor, darunter ein in Marburg angesiedeltes Projekt zum Aufbau einer hessischen Kulturdateninfrastruktur. In unserem eigenen Vortrag fokussierten wir auf die multimedialen Formate, mit denen wir die Möglichkeiten des KuLaDig-Portals Zug um Zug erweitert haben, so dass umfassendes Nachschlagewerk mit einer 25.000 Einträge umfassenden Datenbank und digitales Storytelling vor Ort Hand in Hand gehen können.
Weitere rheinland-pfälzische Portale, die sich in Koblenz präsentierten, waren das Geoportal mit seinem umfassenden Angebot an Karten, Apertus, der virtuelle Lesesaal der staatlichen Archive von Rheinland-Pfalz, Dilibri als digitalisierte Sammlung von landeskundlichen Werken, und die Rheinlandpfälzische Personendatenbank. ‚Dat Portal. So spricht das Rheinland‘ ist hingegen ein Informationsangebot zur regionalen Sprache im Rheinland, das vom nordrhein-westfälischen Institut für Landeskunde und Regionalgeschichte in Bonn betreut wird.
In gleich mehreren Beiträgen wurde der Einfluss von Künstlicher Intelligenz thematisiert und durchaus auch problematisiert, wobei deutlich wurde, dass an der Integration von KI in die Arbeitsprozesse kein Weg vorbei führen wird. Andere Vorträge betonten die Orientierung an neuen Nutzungsgewohnheiten, auch wurde die zunehmende Bedeutung von digitalem und multimedialem Storytelling in gleich mehreren Portalen deutlich.
Im Rahmenprogramm erkundeten die Teilnehmenden die Marksburg sowie die Koblenzer Altstadt und besichtigten die aktuelle Ausstellung des LBZ über Desinformation und digitale Gewalt im Netz. Die 20. Jahrestagung der AG findet 2027 in Regensburg statt.
Alle Fotos: Michael Schmidt – http://www.schmidt.fm