Bereits zum 12. Mal fand am 30. September das Format BUGA-Dialog statt, das im Vorfeld der BUGA 2029 als Plattform dienen soll, um Expert:innen aus den Bereichen Wissenschaft, Wirtschaft, Politik und Gesellschaft zusammenzubringen und Austausch zu besonderen Themen zu ermöglichen. Unter dem Themenschwerpunkt „Zusammenhalt“ versammelten sich über 60 Teilnehmende in den Räumen des Museums am Strom in Bingen. Gesellschaftlicher Zusammenhalt und die Möglichkeit zur Teilhabe seien, wie BUGA-Geschäftsführer Sven Stimac und Dr. Sandra Linz, die den BUGA-Dialog organisiert, betonten, Voraussetzung für ein gutes Gelingen der ab April 2029 stattfindenden Bundesgartenschau im Welterbe Oberes Mittelrheintal.

Wie produktiv gesellschaftliches Miteinander – auch im Oberen Mittelrheintal – bereits in der Praxis Anwendung findet, erläuterte Projektleiter Michael Klemm anhand verschiedener Best Practice-Beispiele aus dem Landesprojekt KuLaDig-RLP. Insbesondere die Zusammenarbeit mit den meist ehrenamtlich an den Projekten beteiligten Personen sowie der aus dieser Zusammenarbeit resultierende Nutzen für die Kommunen, wurde in dem Vortrag anschaulich. Er zeigte zudem, wie man die digitalen Informationen zum immateriellen und materiellen Kulturerbe der Region in spannenden ortsübergreifenden Thementouren bündeln kann und daraus ein Mehrwert gerade für kleinere Orte im Oberen Mittelrheintal entsteht. Birger Hartnuß, Leiter der Landesleitstelle Ehrenamt und Demokratie in der Staatskanzlei, betonte die Wichtigkeit, die das Ehrenamt in Rheinland-Pfalz als Instrument der Demokratie- und Identitätsbildung spiele und welche Unterstützung das Land den Aktiven bietet.




Hausherr Dr. Matthias Schmandt vom Museum am Strom eröffnete die Veranstaltung, BUGA-Geschäftsführer Sven Stimac betonte die Bedeutung des gesellschaftlichen Zusammenhalts, Birger Hartnuß informierte über die Förderung des Ehrenamts, Michael Klemm stellte das Projekt „KuLaDig-RLP meets BUGA 2029“ vor
In den Pausen zwischen den Vorträgen konnten sich die Teilnehmenden an einem Stand über die neuesten Anwendungen des Büros viriditas und des Landesprojekts KuLaDig-RLP informieren und diese an Tablets und Screens selbst testen. Beispielsweise wurden durch viriditas für die Stadt Bacharach eine 360-Grad-Panoramenansicht und eine interaktive Karte erstellt, in denen alle digitalen Angebote auf einen Blick an den passenden Stellen verfügbar gemacht werden. Darunter auch KuLaDig-Objekte und 30 Videoclips zur Pflanzenwelt und zur Kulturgeschichte, die im Rahmen des Teilprojekts Bacharach produziert worden sind und die man nun beim Wandern zur Burgruine Stahlberg via Smartphone abrufen kann. Das KuLaDig-RLP-Team gab Einblicke in den Prototypen der Thementour „Spuren historischer Berufe im Oberen Mittelrheintal“, die zukünftig rund 15 ausgewählte, heute nicht mehr ausgeübte Berufe quer durchs Welterbegebiet verorten und erläutern soll – als multimediale Story, welche die Nutzer:innen zur Interaktion einlädt.



Im Anschluss an die Vorträge bot ein Rundgang durch die am Binger Rheinufer installierte Triennale-Ausstellung die Möglichkeit, Zusammenhalt ganz aktiv zu gestalten. Die Kunstvermittler:innen Lina Eschenhagen und Jutta Nelißen bezogen die Teilnehmenden an unterschiedlichen Stationen aktiv mit ein, so dass ein ganz persönliche Annäherung an die Skulpturen sowie ein Austausch in der Gruppe über die Werke stattfinden konnte. Und zum Abschluss konnten die Besucher:innen des BUGA-Dialogs bei einem Glas Sekt oder Wein nahe dem alten Zollamt und dem Industriekran den Austausch vertiefen. Dabei entstand auch so manche Idee für eine digitale Erfassung des Kulturerbes von Bingen, die wir baldmöglichst umsetzen wollen.


Führung durch die Triennale-Ausstellung am Binger Rheinufer (links), Gruppenarbeitsergebnisse (rechts)