Thementour des Monats „Wasser im Ruwertal – von der Antike bis heute“

Dass wir begeistert von Thementouren sind, wurde zuletzt mehrfach deutlich. Deshalb gibt es seit letzten Monat die neue Rubrik „Thementour des Monats“, in der wir stets eine Thementour aus unserer Projektlandschaft vorstellen möchten. Und auch in unserem BUGA-Teilprojekt sind es Thementouren, mithilfe derer wir das immaterielle Erbe des Oberen Mittelrheintals in seiner Vielfalt vermitteln wollen. Dass Thementouren Konjunktur haben, wurde alleine dadurch deutlich, dass im vergangenen Monat mit den Oberkailer „Zeitspuren“ und der Tour zum „Wasser im Ruwertal“ gleich zwei Eröffnungen stattgefunden haben. Letztgenannte Tour möchten wir in diesem Monat genauer vorstellen und zu ihrer Begehung einladen:

Teilstück der römischen Ruwerwasserleitung als Station des Themenwegs „Wasser im Ruwertal“ (links), Augmented Reality: digitale Visualisierung von nicht erhaltenen Bauteilen des Aquädukts mittels der ARGO-App

2023 bekamen wir eine Bewerbung zugeschickt, die uns neugierig machte, weil sie einen hohen Anspruch hatte und zugleich bestens in unsere Zeit passte: Das Thema Wasserversorgung im Ruwertal über eine Zeitspanne von fast 2000 Jahren erzählen? Wow! Und das in Verbindung mehrerer Orte über eine Strecke von 8 Kilometern, von Kasel über Waldrach und Morscheid bis nach Riveris und hinauf zur Riveristalsperre.

Der Weg startet an der Touristinformation in Kasel und erzählt dann an 8 Wissensstationen und einer Strecke von 8 Kilometern, wie die Römer mit dem Bau ihres Aquädukts, der 13 Kilometer langen römischen Ruwerleitung, großartige Ingenieurskunst bewiesen. Ein recht flaches, aber gleichmäßiges Gefälle musste beim Bau ebenso berücksichtigt werden, wie landschaftliche Hindernisse umgangen werden mussten. All der Aufwand diente dazu, die römische Großstadt Augusta Treverorum – das heutige Trier – mit Wasser zu versorgen. Wie so viele römische Bauwerke zerfiel auch die Ruwerleitung nach Ende des Römischen Reichs, so dass man im Mittelalter wieder auf die lokale Wasserversorgung durch Brunnen angewiesen war. Die Endstation der Tour bildet ein Beispiel für moderne Ingenieurskunst: die Riveristalsperre. Dieses Bauwerk stellt die heutige Wasserversorgung der Region Trier sicher und bildet den thematischen und örtlichen Endpunkt unserer Tour.

Der Archäologe Dr. Florian Tanz erläutert an Wissensstation 5 den Beginn der römischen Ruwerleitung

Das komplexe Thema kann in der Tour und an ihren Wissensstationen natürlich immer nur angerissen werden, daher bestand eine der wesentlichen Aufgaben für das lokale Team, koordiniert vom Team der Tourist-Information der Verbandsgemeinde Ruwer, darin, eine Auswahl zu treffen. Was muss erzählt werden, um im Fluss zu bleiben und dennoch die Nutzer:innen der zukünftigen Tour nicht zu überfordern? Unterstützt wurde das Team von Fachleuten, den Archäolog:innen der Uni Trier und unserem Kooperationspartner ARGO sowie den Mitarbeiter:innen der Stadtwerke Trier. Auch halfen die bereits vorhandenen Objekte – teils originale Teilstücke der alten Römerleitung, teils Replikationen – bei der Themenauswahl. Und so wird sehr anschaulich eine Geschichte erzählt, die von den Römern über das Mittelalter bis ins Jetzt reicht. Multimedial angereichert wurden die KuLaDig-Textbeiträge mit erläuternden Illustrationen, digitalen Visualisierungen von ARGO sowie aufwändig gestalteten Videoclips, die unsere studentischen Hilfskräfte gemeinsam mit dem Archäologen Dr. Florian Tanz und dem Mitarbeiter der Stadtwerke Trier, Michael Kollete, produzierten.

Michael Kollete erzählt vom Bau der Riveristalsperre – untermalt von historischen Aufnahmen

In diesen Videoclips wird Fachwissen komprimiert, aber durch zahlreiche Medien anschaulich wiedergegeben und für alle Besucher:innen zu jeder Tageszeit abrufbar. Sogar das grundsätzlich für Besucher gesperrte Areal der Riveristalsperre wird durch Drohnen- und Videoaufnahmen – beispielsweise vom Kontrollgang unter der Talsperre – barrierefrei nachvollziehbar.

Video „Kontrollgang“ unter die Riveristalsperre: Barrierefreie Einblicke an einen sonst nicht zugänglichen Ort als digitaler Mehrwert für die Nutzer:innen

Am 10. September 2026 wurde die Tour durch Bürgermeister Thomas Hoffmann eröffnet. An den einzelnen Wissensstationen entlang des Wanderwegs bzw. des Radwegs wird über Plaketten mit QR-Codes auf die digitalen Inhalte hingewiesen.

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