Zusammenhänge im Überblick: Kartenwerk und Storymap in KuLaDig

In KuLaDig geht es seit jeher darum, Zusammenhänge zwischen Kulturlandschaftsobjekten aufzuzeigen und diese nicht nur einzeln für sich stehen zu lassen. Thematische Zusammenhänge werden dabei ebenso beachtet wie räumliche. Im KuLaDig-Objekt selbst helfen „verwandte“, „übergeordnete“ und „untergeordnete Objekte“ dabei, die Beziehungen der Objekte zueinander darstellbar zu machen.

Im Objektbeitrag geben „übergeordnete“ und „untergeordnete Objekte“ Auskunft zu räumlichen Bezügen. „Zugehörig zu“ weist das Objekt als Bestandteil einer thematischen Gruppierung aus.

Das Kartenwerk in KuLaDig ermöglicht es räumliche Objektbezüge auf einen Blick zu erfassen: Wo befinden sich welche und wie viele Objekte? Um welche Art von Objekten handelt es sich?

Ausschnitt mit der Ortsgemeinde Weitersweiler aus dem KuLaDig-Kartenwerk.

Das Objekt, von dem aus man die Karte öffnet, wird mit einem gelben Punkt markiert. Die umliegenden Objekte werden in Form von blauen Icons einem Thema zugewiesen. Befinden sich mehrere Objekte an einem Ort, in diesem Falle vier, werden sie in Form grüner Punkte angezeigt. Die Icons können angeklickt werden und es öffnen sich kleine Pop-up-Fenster mit dem Namen des Objekts und einem Bild. In der Karte selbst wird dann der Grundriss des Objekts angezeigt.

Diese Ansicht des Objekts im Kartenwerk besitzt eine eigene URL und kann ebenfalls verlinkt oder in Form eines QR-Codes angeboten werden – eine interessante Option etwa für Touristiker:innen, denn auf diese Weise lassen sich Objekte im Stadtgebiet in ihrer Gesamtheit darstellen und – mit nur einem Klick – Inhalte zu einem spezifischen Objekt verfügbar machen.

Eine weitere Methode, um räumliche Objektbezüge darstellbar zu machen bieten so genannte „Storymaps“. Wie der Name schon sagt, haben diese den Anspruch, Geschichten(erzählen) und Kartendarstellung anschaulich zu kombinieren, als Variante eines multimedialen Storytellings. In KuLaDig wird bereits seit geraumer Zeit mit Storymaps gearbeitet. Anders als beim Kartenwerk handelt es sich dabei jedoch um externe Seiten, die sich in einem gesonderten Browserfenster öffnen und über eigene URL verfügen.

Vor kurzem wurde die erste im Landesprojekt erstellte Storymap mit dem Titel „Die Unterwelt von Plaidt. Einbruchstellen und Stollensysteme des Tuff- und Trassabbaus“ veröffentlicht. Sie wurde mithilfe der Anschubfinanzierung im Landesprojekt und zuzüglich mit Mitteln der Verbandsgemeinde Pellenz im gleichnamigen Teilprojekt produziert und gibt Auskunft über Lage, Anzahl und Beschaffenheit von Tuff- und Trass-Abbaustellen ebenso wie alten Stollen und Einsturzstellen im Großraum Plaidt.

Startseite der Storymap „Die Unterwelt von Plaidt. Einbruchstellen und Stollensysteme des Tuff- und Trassabbaus“, fertiggestellt am 10. September 2023.

In ihrem Aufbau ähnelt die Seite den sogenannten „Scrollytelling-Seiten“, bei denen man eine Geschichte durch das Scrollen einer Website nach unten entfaltet. Zu Beginn der Seite führt ein kurzer Text „Die Folgen des Tuffabbaus“ in die Thematik ein. Es folgen vier interaktive Karten, die einen Rundweg durch den Ortskern, einen großen Rundweg durch Plaidt, alle KuLaDig-Objekte in Plaidt (Stand September 2023) und die bekannten Stollen und Keller in Plaidt verorten. Ähnlich wie in der Objektansicht im KuLaDig-Kartenwerk werden auch in diesen Routen-spezifischen Karten die Objekte im Ort dargestellt. Die Karte ist interaktiv, das heißt sie ermöglicht ein Hinein- oder Herauszoomen und ein Anklicken der blauen Objektpunkte. Es öffnen sich Pop-up-Fenster zum jeweiligen Objekt. Diese enthalten neben Bildern auch eine Kurzbeschreibung mit wesentlichen Informationen. Die Objekte sind nummeriert, zudem wird mittels eingezeichneter Linien eine Wegeführung vorgeschlagen, wie das in der KuLaDig-App bei den KuLaTouren möglich ist.

Im „Großen Rundweg durch Plaidt“ wird zu anfangs eine kurze Beschreibung der Route geben (Infos zu Startpunkt, Wegbeschaffenheit und Länge der Tour). Es folgt eine interaktive Karte auf der rechten Seite und eine Objektliste auf der linken.

Die Objektanzeige mit den Informationen zum Objekt (Medien und Text) auf der linken Seite ändert sich je nachdem, welcher Punkt in der Karte angeklickt wurde. Auch in dieser Karte sind die Objekte durch Nummern und vorgeschlagener Wegeführung zu einer Tour zusammengefasst. Diese Tour umfasst 30 Objekte und Orte.

Eine dritte Karte zeigt alle KuLaDig-Objekte zum Thema im Raum Plaidt an. Die Nummerierung der Objekte richtet sich nach der Nummerierung aus den anderen beiden Touren/Karten. Daher weist sie Lücken auf. Insgesamt werden in dieser Karte 14 KuLaDig-Objekte verortet. In dieser Karte sind die entsprechenden KuLaDig-Objekte verlinkt, wobei die Verlinkung nicht über die Standortmarkierungen in der Karte, sondern über die Objektliste in der linken Spalte funktioniert.

Die letzte Karte zeigt alle bekannten Stollen, Einbruchstellen, Luftschutzbunker und Keller in Plaidt an. Die Farbe der Standortmarker gibt Auskunft darüber, um welche Art Objekt es sich handelt.

Größere Objektmengen werden über orangene Punkte angezeigt, deren Größe die jeweilige Objektzahl darstellt. Das Lupensymbol ermöglicht die Suchfunktion nach Adressen. Da hier OpenStreetMap genutzt wird, werden auch andere Objekttypen (Supermärkte, Feuerwehrstationen etc.) angezeigt.

Letztendlich bieten Storymaps die Möglichkeit, sich Kulturlandschaftsobjekten über die Fläche und Verbreitung im Raum, teilweise unter Berücksichtigung von thematischen Clustern, zu nähern. Die interaktiven Möglichkeiten dieser Formate, das Herein- und Herauszoomen in die Kartenflächen und das Anklicken der einzelnen Objektpunkte, fordern zum eigenständigen Erkunden der Umgebung auf und letztendlich auch zum Besuch der jeweiligen Objekte.

Zugang zur Storymap über den verlinkten Screenshot im Themenbeitrag (links) und auf der Sammelseite „Kulturlandschaft erklärt“ (rechts).

Unsere Storymap ist über einen Screenshot im Themenobjekt „Die Pellenz ist unterhöhlt: Unsichtbarer und sichtbarer Abbau von Vulkangestein (Tuff)“ verlinkt. Alle Storymaps, die im Rahmen von KuLaDig-Projekten erarbeitet wurden, sind in KuLaDig unter dem Stichwort „Kulturlandschaft erklärt“ aufgelistet (momentan 25 Storymaps, Stand Oktober 2023).

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