Objekt des Monats April: Lavakeller Mendig

In der Brauerstraße in Mendig befindet sich das ehemalige Verwaltungsgebäude der Firma Michels, eines heimischen Steinbruchbetriebes. Ursprünglich errichtet als Brauerei der Herrnhuter-Brauerei aus Neuwied, stellt das Gebäude die ehemals älteste Brauereistätte von Mendig dar. Seit dem Jahr 2005 hat die Stadt Mendig das Gebäude gepachtet. Im Gebäude führen nämlich 150 Stufen hinab in eine faszinierende Welt: Die Lavakeller von Mendig.

Mit dem Ausbruch der Bellerberg-Vulkangruppe vor ca. 200.000 Jahren lagerte sich in der Region Mayen und Mendig Basaltlava ab. Das vulkanische Gestein mit seiner porösen Struktur eignet sich ausgezeichnet für das Mahlen von Getreide. Daher betrieben bereits die Römer und Kelten hier den Steinabbau, um Mühlsteine und Handmühlen zu fertigen. Der Abbau dauerte über die Jahrhunderte an und wurde bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts weiterbetrieben. Die verschiedenen Abbauorte in Mayen und Mendig können in einem Mühlsteinwanderweg besucht werden.

Im Rahmen unseres Landesprojekts wurden 2020 verschiedene Objekte und Orte des Basaltlavaabbaus und Standorte des Mühlsteinwanderwegs für KuLaDig erfasst. So beispielsweise die Museumslay in Mendig, das Grubenfeld in Mayen, die Ettringer Lay und weitere mehr (teilweise befinden sich diese Objekte noch im Prozess der Freigabe).

Einer dieser Orte sind die Lavakeller, unser Objekt des Monats April. Hier wurden über mehrere Jahrhunderte hinweg im Untertagebau Basaltlavastein in ca. 30-40 Metern Tiefe abgebaut. Mit der Zeit entstand ein unterirdisches Grubengelände mit einer Fläche von ca. 2,8 Quadratkilometern. Zwei Drittel des heutigen Stadtgebietes von Mendig sind unterhöhlt. Die Hochzeit des Basaltlavaabbaus fand von der Mitte des 19. Jahrhunderts bis zum Jahr 1916 statt, als an diesem Ort die Layer 12 Stunden täglich sechs Tage die Woche arbeiteten. Ab dem Jahr 1842 wurden Teile des Lavakellers als Braustätte für das Pils-Bier von bis zu 28 Brauereien genutzt. Parallel ging der Steinabbau bis zum Jahr 1966 weiter. Heute dient der Lavakeller manchmal als spannender Drehort für Film- und Fernsehproduktionen. Er kann aber auch im Rahmen von Führungen besichtigt werden.

Wolfgang Kostka erzählt Besuchergruppen die wechselvolle Geschichte des Lavakellers.

Im Teilprojekt Mayen/Mendig stellten die Lavakeller ein anspruchsvolles Objekt dar. Schnell wurde deutlich, dass in diesem Fall die Wissensvermittlung neben dem Textbeitrag auch mithilfe eines Videoclips erfolgen müsse. Nur so ließe sich die Atmosphäre dieses besonderen Ortes angemessen darstellen. Daher produzierten die Studierenden der Gruppe Mayen/Mendig gemeinsam mit dem Museumsführer Wolfgang Kostka einen Videoclip. Unterstützt wurden die Studierenden von Martin Lilkendey vom Institut für Kunstwissenschaft, um mit den eingeschränkten Licht- und Tonverhältnisse in den Kellern arbeiten zu können. Hier gehts zum KuLaDig-Objektbeitrag „Lavakeller Mendig“.

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