Räume und Orte virtuell erleben

Im Jahr 2020 arbeiteten wir im Landesprojekt erstmals mit vr-easy, einer Software und Plattform zur Erstellung virtueller Rundgänge. Gemeinsam mit unserer Partnerkommune Kamp-Bornhofen war zuvor der Entschluss gereift, die Innenräume des örtlichen Flößer- und Schiffermuseums virtuell erlebbar zu machen, da diese wegen der Corona-Pandemie die meiste Zeit geschlossen bleiben mussten. Um die spannenden Objekte im Museum dennoch nutzbar zu machen, wurden mit Hilfe der durch das Innenministerium zur Verfügung gestellten Anschubfinanzierung in den Räumen des Museums 360-Grad-Fotografien erstellt. So entstand ein virtueller Rundgang, der es erlaubt, die Räumlichkeiten interaktiv zu erforschen und über dort platzierte multimediale Objekte wie Fotos, Audios, Videos und KuLaDig-Einträge weitere Informationen abzurufen. Die Medien sind im Raum an jeweils passenden Stellen abgelegt. Da die virtuellen Rundgänge nicht unmittelbar in KuLaDig präsentiert werden können, ermöglichten wir den Zugang ins virtuelle Flößer- und Schiffermuseum über den Screenshot in der Mediengalerie des Objektbeitrags.

Dieser Pilot stieß bei den anderen Partnerkommunen auf großes Interesse. Daher wurden in weiteren Teilprojekten ebenfalls virtuelle Rundgänge erstellt. In Eisenberg in der Pfalz wurden zwei weitere Museen auf diese Weise interaktiv nutzbar gemach: das Grubengebäude der ehemaligen Grube Riegelstein im heutigen Landschaftsschutzgebiet Erdekaut und das Römermuseum. Besonders das Grubengebäude, das nur im Rahmen einer Führung besichtigt werden kann, hebt sich durch seine kreative multimediale Ausstattung hervor. Diese wurde durch eine Mitarbeiterin der Verbandsgemeinde Eisenberg selbst vorgenommen. Neben historischem Videomaterial aus der Zeit des Tonabbaus können nun Zeitzeugeninterviews, Fotografien, Geräusche, Drohnenflüge über das Gelände und auch KuLaDig-Objekte mit umfangreichen Inormationen abgerufen werden. Über die Website der Verbandsgemeinde ist das Museum zudem mit dem Erlebnisrundweg durch das Naturschutzgebiet Erdekaut verbunden.

In Helferskirchen wurde das Dorfmuseum auf diese Weise begehbar gemacht, ebenso wie die Kirche im Ort. Hier zeigt sich, dass virtuelle Rundgänge nicht nur für den musealen Kontext sinnvoll sind. Im virtuellen Raum der Kirche Mariä Himmelfahrt in Helferskirchen wird beispielsweise in Videoclips das Bildprogramm der drei Hochaltäre vom Leiter des Ortsmuseums erläutert. Orgel und Glocken kommen ebenfalls zum Klingen. Sogar ein Blick in die Sakristei wird gewährt, die der Öffentlichkeit sonst nicht erlaubt ist.

Auch in diesem Jahr werden virtuelle Rundgänge in einigen unserer Partnerkommunen erstellt, so in Kirrweiler, in Altenkirchen-Flammersfeld, in Laubenheim und in Landstuhl. Im Teilprojekt Kirrweiler werden bereits erstellte virtuelle Rundgänge der Pfarrkirche und der Marienkapelle an den KuLaDig-Objekten verfügbar gemacht. In Altenkirchen wurden der Garten und einige Innenräume des Raiffeisenhauses in Flammersfeld begehbar gemacht. In Laubenheim sollen Einblicke in den Innenhof des ehemaligen Klosterhofs gegeben werden, der heute in Privatbesitz ist. Die Beiträge und virtuellen Touren werden zurzeit fertiggestellt.

In Landstuhl wurde gerade der virtuelle Rundgang durch die Burg Nanstein erstellt. Hier geht es neben des Erlebbarmachens in erster Linie auch darum, komplexe Inhalte zur Burg und ihrer Geschichte an den passenden Stellen zu vermitteln. Was hat es beispielsweise mit dem großen und dem kleinen Rondell auf sich? Welche Teile der Burg sind am ältesten? Um darüber hinaus im virtuellen Raum die dramatische Geschichte des „letzten Ritters“ Franz von Sickingen sowohl für Kinder, als auch für Erwachsene zu erzählen, wurden einige Audiodateien und Videos abgelegt. 

Zukünftig möchten wir weitere Modelle in Sachen 360-Grad-Rundgänge ausprobieren. Die Kombination von großflächigen Außenräumen, beispielsweise eines Altstadtbereichs, in Kombination mit Innenräumen wäre ebenso denkbar, wie eine Ausweitung im Bereich Gamification. So eignen sich diese virtuellen Räume auch sehr gut dafür, digitale Schnitzeljagden oder Escape-Rooms zu konzipieren. Es bleibt spannend!

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