Praxistest erfolgreich: Eduventure-Bound in Weisel

Knapp ein Jahr ist vergangen, seitdem das Eduventure-Projektteam gemeinsam mit den Unterstützerinnen und Unterstützern aus Weisel durch den kleinen Ort und seine Felder oberhalb von Kaub liefen, um eine gemeinsame Vision – das Pilotprojekt „Mittelrhein-Eduventure – The Next Step“ zum Rheinübergang der schlesischen Armee 1813/14 – zu entwickeln.

Im Dezember 2021 fand die Begehung durch das Eduventure-Projektteam und die Wissensträger:innen in Weisel statt

In den beiden Kommunen im Oberen Mittelrheintal sollte im Vorfeld zur BUGA 2029 ein spielerischer Ansatz der Wissensvermittlung als Pilotprojekt entwickelt werden, der sich gleich einer Blaupause auch auf andere Orte in der Region übertragen ließe. Unter der Leitung von Dr. Peter Ferdinand, dem Geschäftsführer des Instituts für Wissensmedien (IWM) an der Universität in Koblenz, und Michael Klemm, dem Projektleiter von KuLaDig-RLP und zugleich professoralen Leiter des IWM, entstanden in Kaub und Weisel zwei eigenständige, aber thematisch miteinander verbundene Touren, die mit der App Actionbound in Form von „digitalen Schnitzeljagden“, so genannter „Bounds“, gespielt werden können.

Impressionen aus den beiden in Actionbound umgesetzten Eduventure-Touren in Weisel und Kaub

In jedem Bound führt eine fiktive Hauptperson die Spieler:innen zu den einzelnen Handlungsorten, wo verschiedene Aufgaben zu bewältigen sind. Erst wenn diese gelöst sind, gelangt man zum nächsten Ort, wo eine weitere Szene und Herausforderung wartet. Auf diese Weise tauchen die Spieler:innen ein in die Zeit des Jahreswechsels von 1813/14. Damals zog der aus der Völkerschlacht in Leipzig kommende preußische Generalfeldmarschall Blücher mit seiner Schlesischen Armee über Weisel nach Kaub, um von dort aus heimlich aus den Rhein zu überqueren und die linksrheinisch stationierten Franzosen zu vertreiben. In den Weiseler Wäldern ließ Blücher Teile für eine Pontonbrücke bauen, die durch das Holzbachtal nach Kaub hinuntergebracht werden mussten. Der Anspruch für die beiden Bounds war es, zum einen die historischen Ereignisse und vor allem die dramatischen Folgen für die Menschen in Kaub und Weisel erlebbar zu machen – der Einfall des knapp 48.000 Mann starken Heeres in die Orte am Rhein hatte teils katastrophale Auswirkungen – und zum anderen ein kurzweiliges Spielerlebnis für Kinder und Erwachsene zu schaffen.

Die Wissensvermittlung erfolgt mithilfe aufwändiger 3D-Animationen und virtueller 360-Grad-Räume. So mussten zum Beispiel das Feldlager in Weisel, der Zug der Soldaten und die Pontonbrücke über den Rhein so realistisch wie möglich am Computer animiert werden. Die Handlung wird als Hörerlebnis durch Audiodateien vermittelt. Auf diese Weise wird die Fantasie noch mehr angeregt – und es bleibt nebenbei genug Zeit, die schöne Umgebung zu genießen.

Nachdem die Kauber Tour bereits im August geprüft worden war, war es gestern so weit: Zum ersten Mal testete Peter Ferdinand gemeinsam mit Teresa Schardt, Sergei Pachtchenko und Florian Weber die Weiseler Tour in Actionbound – stellvertretend für die insgesamt 15 Personen vom Universitätsteam sowie die fünf Fachleuchte aus Kaub und Weisel, die ihre Expertise in das Pilotprojekt haben einfließen lassen. Der Praxistest gelang, nur an einzelnen Stationen mussten nochmal 360-Grad-Fotografien gemacht oder kleine technische Mängel behoben werden.

Noch in diesem Jahr sollen die beiden Bounds den Mitwirkenden aus Weisel und Kaub vorgestellt und auch offiziell eröffnet werden. Wie im Projekt KuLaDig-RLP ist es nämlich auch hier sehr wichtig, diese digitalen Anwendungen „auf die Straße zu bringen“, sprich an Ort und Stelle umzusetzen und die spielerische Wissensaneignung mit einem Natur- und Kulturerlebnis zu verbinden.

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