Objekt des Monats Januar: Reichsburg Trifels

Das Objekt des Monats Januar kommt aus dem südlichen Pfälzerwald. In der Verbandsgemeinde Annweiler am Trifels wurden im zweiten Projektjahr Objekte erfasst, die sich dem Rahmenthema „Bedeutung der Staufer für Annweiler“ unterordnen lassen.

Bedeutsam für dieses Thema ist die Reichsburg Trifels, die sich um die dreihundert Meter über der Stadt Annweiler auf dem Sonnenberg erhebt. Erbaut aus rötlichem Buntsandstein, bildet die Trifels gemeinsam mit den benachbarten Burgruinen Anebos und Neuscharfeneck die sogenannte „Burgendreifaltigkeit“. Erstmals erwähnt im Jahre 1081, erlangte die Burg zur Zeit der Staufer (von 1079-1268) eine herausragende Bedeutung. Als Reichsburg gehörte die Trifels zum Reichsgut, sprich zum persönlichen Besitz des Herrschers. Von der Trifels aus verwalteten die staufischen Beamten das Amts Trifels (Officium Trifels). Auch war die Reichsschatzkammer in der Burg untergebracht. Die Herrschaftsinsignien, die sogenannten Reichskleinodien, wurden in der Trifels aufbewahrt. Nicht zuletzt diente die Burg als Gefängnis. Prominentester Gefangener war sicherlich der englische König Richard I. Löwenherz.

Im Zuge des Wiederaufbaus der Burg durch die Nationalsozialisten in den Jahren von 1938 bis 1942, wurde der neue Palas auf stauferzeitlichem Grundriss und das Obergeschoss des Hauptturms neu errichtet. Der Wiederaufbau erfolgte durch den Architekten Rudolf Esterer (1879-1965). Wissenschaftliche Erkenntnisse zum Aussehen der früheren Burg wurden bewusst ignoriert. Somit ist die Trifels Stein gewordene Vorstellung der Nationalsozialisten von einer Burg unter den Staufern. Die Darstellung von Objekten aus der Stauferzeit in Annweiler erfordern daher, die Instrumentalisierung dieser Epoche in späteren Zeiten ebenfalls zu beleuchten.

Die „wiedererrichtete“ Burg Trifels wird durch den Bürgermeister Fritz Peters, Leute der Stadtverwaltung und der regionalen NSDAP-Parteiführung besucht (um 1943).

Im Rahmen des Teilprojekts wurden durch die drei Studierenden Maria Gutzeit, Isabelle Oldenburg und Chiara Roma auch Filmclips produziert, um thematisch passende Objekte aus dem Bestand des Museums unterm Trifels in Annweiler digital sichtbar zu machen. So erläutert der Archivar Rolf Übel in einem Video im Museum den Unterschied eines salischen Quadermauerwerks gegenüber einer staufischen Buckelquadermauer. In einem weiteren Video erzählt Übel die Geschichte des letzten Säulenschafts aus der staufischen Zeit. Die Säule befindet sich ebenfalls im Museum unterm Trifels.

In den kommenden Wochen werden weitere Objekte aus Annweiler am Trifels zu diesem Thema in KuLaDig freigegeben.

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