Teilprojekt Laubenheim: Wirtschaftsgeschichte an der Nahe

Mehr als 2000 Jahre Siedlungsgeschichte lassen sich in der Weinbaugemeinde Laubenheim an der Nahe nachweisen und doch ist es bislang nur Eingeweihten möglich, die frühesten Spuren im Ort ausfindig zu machen. So befand sich beispielsweise am Standort der evangelischen Kirche ein römisches Gebäude und in einem privaten Keller sind heute noch die Fundamente des Turms der Burg der Herren von Bolanden zu sehen. Auch die Frage, welcher Teil des heutigen Ortskerns einst innerhalb der Klostermauern des örtlichen Klosters lag, ist selbst den meisten Einheimischen nicht bekannt. Weitere spannende Geschichten und Einblicke in die Ortsgeschichte bieten beispielsweise die unterirdischen Gänge und Keller, die sich einst unter dem Ortskern befanden, heute jedoch größtenteils verschüttet sind. In welchem Gebäude soll Napoleon der Legende nach übernachtet haben, als Laubenheim kurzzeitig Teil Frankreichs war?

Diese und weitere Fragen sollen in diesem Jahr im Teilprojekt Laubenheim an der Nahe beantwortet und mithilfe von KuLaDig-Beiträgen langfristig digital verfügbar gemacht werden. Die Objekte der jüngeren Geschichte sollen zudem mit Zeitzeugeninterviews angereichert werden, um beispielsweise das alte Schulhaus, heute Gemeindehaus, in seiner ursprünglichen Funktion wieder erlebbar zu machen. Ein Großteil der Laubenheimer Objekte lässt sich unter wirtschaftsgeschichtlichen Fragestellungen subsummieren. Daher soll eine Betrachtung der Objekte unter einem wirtschaftsgeschichtlichen Fokus den roten Faden bilden. Beispielhaft dafür sind die Rumpf-Mühle, deren imposante Gebäude heute noch den Ortseingang prägen und die Rathausstraße im Ort, die zur Zeit des Wirtschaftswunders mit ihren Geschäften, Betrieben und Gasthäusern das eigentliche Zentrum Laubenheims darstellte.

Im Ort selbst gab es in den letzten Jahren bereits vielseitige Bestrebungen, die eigene Geschichte zu dokumentieren und zu vermitteln. So wurde bereits eine Publikation unter dem Titel „Zur Geschichte von Laubenheim an der Nahe“ veröffentlicht, Ortsführungen wurden im Jahr 2016 als Teil der Kulturwoche organisiert. Diese Strukturen kommen nun der Arbeit im Teilprojekt zugute, da sich im Ort ein engagiertes, großes Team gebildet hat, das nun bereitwillig sein Wissen mit dem studentischen Team für das Erstellen der KuLaDig-Beiträge zur Verfügung stellen möchte. Die digitalen Inhalte sollen dann sowohl über eine Einbettung auf der Gemeindewebsite, als auch über QR-Codes an bereits bestehenden Wandertafeln sowie durch neue Hinweisschilder unmittelbar an den Objekten interessierten NutzerInnen angeboten werden.

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