Objekt des Monats Juni: Zwölf-Apostel-Siedlung in Bendorf

Von der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts bis in die 1990er Jahre hinein war Bendorf massiv durch die Eisenverhüttung und Montanindustrie geprägt. Das sicherlich bekannteste Relikt aus dieser Zeit ist die Sayner Hütte, die als Industrie- und Kulturdenkmal weithin über die regionalen Grenzen bekannt ist. Darüber hinaus aber hat Bendorf eine Vielzahl an Kulturlandschaftsobjekten zu diesem Thema zu bieten. Diese sind zwar kleiner und weniger bekannt als die Sayner Hütte, stellen dennoch aber wichtige inhaltliche „Puzzlestücke“ dar, um vom „eisernen Erbe“ der Stadt zu erzählen.

Am linken Bildrand und auf Höhe der Bildmitte sieht man die Zwölf Apostelsiedlung

Dies war die Intention, als die Stadt Bendorf im Jahre 2021 am Landesprojekt teilnahm: Das Wissen um die Industriestandorte und Objekte in seiner Reichhaltigkeit über digitale Medien zu vermitteln. Neben den drei ehemaligen Eisenhütten (Sayner-Hütte, Concordia-Hütte und Mülhofener-Hütte) sollten auch die am Herstellungsprozess beteiligten Menschen und ihre die Lebensbedingungen dargestellt werden. Dies sind neben bekannten ‚Modelleuren‘ auch die mehr oder weniger namenlosen Arbeiter:innen.

Unser Objekt des Monats Juni, die Zwölf Apostel-Siedlung im Bendorfer Stadtteil Mülhofen, hat genau diese Gruppe im Fokus, diente diese doch den Beschäftigten der Concordia-Hütte und ihren Familien als Unterkunft. Aufgrund der Zahl der Häuser erhielt diese Werkssiedlung den Namen „Zwölf Apostel-Siedlung“. Zeitweise sah es schlecht aus um die Häuser und dennoch: Sie haben die Zeiten überdauern können und befinden sich heute in Privatbesitz. Auch gibt es heute noch Menschen, die sich noch an die alte Zeit erinnern und davon erzählen können.

Aus diesem Grund produzierten die im Teilprojekt beteiligten Studierenden der Universität Koblenz-Landau mit Unterstützung von Museumsleiterin Barbara Schönhofen und Geschäftsführerin Steffi Zurmühlen neben den Texten auch mit eindrucksvollen historischen Fotos illustrierte Audioclips sowie Videos mit Zeitzeug:innen, um industrielle Abläufe sichtbar zu machen und die Menschen hinter der industriellen Fertigung zu Wort kommen zu lassen.

In diesem Video erzählt ein ehemaliger Mitarbeiter der Firma Feld & Hahn vom Betrieb

Die Ergebnisse dieses Teilprojekts flossen teilweise auch in die neue Sonderausstellung „Bendorfs industrielles Erbe“ ein, die momentan in der Krupp‘schen Halle auf dem Gelände der Sayner Hütte besichtigt werden kann. Eröffnet wurde die Ausstellung im Rahmen eines festlichen Eröffnungsveranstaltung am 6. März 2022 unter Beteiligung der Studierenden und des Projektteams von KuLaDig-RLP.

Viele Objekte aus dem Teilprojekt sind nun schon in KuLaDig verfügbar, wie die Firma Feld & Hahn, die Mülhofener Hütte, die Concordia-Hütte, die Eisenerz-Röstöfen auf der Vierwindenhöhe, die Rheinischen Schamotte- und Dinas-Werke und das Werkstatthaus an der Koblenz-Olper-Straße. Weitere Objekte befinden sich im Workflow der Freigabe und werden in Kürze verfügbar sein.   

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s