KuLaDig-RLP auf der Tagung des LVR

Unter dem Thema „Neue Wege: Digitale Vermittlung von Kulturlandschaft“ fand gestern eine Fachtagung der LVR-Abteilung „Kulturlandschaftspflege“ statt, auf der sich zahlreiche Projekte vorstellen und vernetzen konnten. Der Landschaftsverband Rheinland ist seit zwei Jahrzehnten mit der Plattform kuladig.de gewissermaßen Vorreiter der digitalen Präsentation von Kulturlandschaften und kulturellem Erbe und hat seitdem mit den Portalen „Alltagskulturen“, „Rheinische Geschichte“ und „Sprache im Rheinland“ sowie seit 2016 der KuLaDig-App immer wieder neue Angebote ergänzt, künftig auch mit der „Entdeckerplattform“ „ClickR(h)ein“. Immerhin rund 140 Teilnehmer:innen beteiligten sich konstant an der siebenstündigen Online-Tagung und sparten am Ende nicht mit Lob für das abwechslungsreiche und inspirierende Programm.

Auch das Projekt KuLaDig-RLP war auf der Tagung vertreten und durfte als Kooperationspartner sogar den Auftakt machen. Projektleiter Michael Klemm stellte Ziele, Vorgehensweise und vor allem Ergebnisse der ersten dreijährigen Projektphase vor, auch aus Sicht einer Kultur- und Medienwissenschaft. Kurz vorgestellt wurden zum Beispiel die entwickelten Modelle und Formate von Videos bis virtuellen Welten, aber auch die Zusammenarbeit zwischen Projektteam, Studierenden und Kommunen. Am Schluss wurde ein Ausblick auf die Ziele der zweiten Projektphase gegeben.

Vorgestellt wurden aber auch andere spannende Projekte: So lädt in Baden-Württemberg das Kulturportal Leo-BW zur Informationssuche ein. Dr. Dorothea Wiktorin von der Universität Köln demonstrierte, wie vielseitig in der geografischen Lehre digitale Angebote genutzt oder gar selbst produziert werden, von digitalen Exkursionen über Blogs und Apps bis zur Nutzung von Mixed Reality. Der LVR selbst stellte das bald erscheinende Portal ClickR(h)ein, aber auch die inzwischen 18 Storymaps vor, die in KuLaDig integriert sind. Vorgestellt wurden zudem der Denkmalatlas Niedersachsen, kulturbezogene Geocachings im Bergischen Land (KuLaCache), Digital Public History als historisches Begleitangebot der Landesgartenschau 2022 in Neuenburg am Rhein sowie Audiogeschichten in der Metropolregion Hamburg.

Allesamt sehr beeindruckende und anregende Initiativen, manche von Bundesländern finanziert, andere mit großer Privatinitiative vorangetrieben. Deutlich machte die Fachtagung auch über die vielen Rückfragen an die Vortragenden, wie nachgefragt solche Angebote sind. Und so stand am Ende die Erkenntnis, dass die Digitalisierung einen wichtigen Beitrag leisten kann, Kulturlandschaften und kulturelles Erbe vielseitig, anregend und gewinnbringend zu vermitteln – und das nicht nur an virtuellen Welten am heimischen PC, sondern gerade vor Ort, beim unmittelbaren Erleben der Kulturlandschaft.

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