Abschluss der Begehungen

Vier weitere Begehungen von Modellkommunen des Projektjahrs 2021 standen diese Woche an. Zunächst ging es am Dienstag in den Hunsrück und an die Mosel. In Hottenbach folgte man den Spuren des Landjudentums, hatte der Ort doch lange Zeit einen Bevölkerungsanteil von fast 20 Prozent an Mitbürgern jüdischen Glaubens. Und so hatte das lokale Projektteam viele Geschichten zu erzählen – von der mangelnden Hilfe beim Überfall des Schinderhannes auf eine jüdische Familie über die wechselvolle Geschichte der ehemaligen Synagoge bis zur heutigen liebevollen Pflege des jüdischen Friedhofs. Diese Spuren und Zeitzeugnisse werden nun für KuLaDig aufbereitet.

Impressionen aus Hottenbach: evangelische Kirche, ehemalige Synagoge, jüdischer Friedhof

In Alf geht es hingegen um die Verkehrsgeschichte des Ortes. Schon die Römer bogen hier durch den Wald gen Trier ab, am Rande des Weges entstand später die Burg Arras. Alf besaß aber auch eine Pferdewechsel-/Poststation, Dampfschiffe legten an und Fähren setzten über, die „Kanonenbahn“ führte als berühmte Eisenbahnstrecke am Ort vorbei. Heute sind Wander- und Radwege typisch für den Ort.

Eindrücke aus Alf: Fähre, Hafen und Eisenbahn, Dorfmuseum, die Burg Arras am alten Römerweg

Am Donnerstag ging es in die Pfalz. Zunächst wandelte man in Kirrweiler auf den Spuren der Fürstbischöfe von Speyer, die hier ihre Sommerresidenz hatten und einen Amtssitz einrichteten. Eine besondere Herausforderung wird es sein, das in der Französischen Revolution zerstörte Wasserschloss im „Edelhof“ wieder für Einheimische wie Touristen sichtbar und erlebbar zu machen. Viele Ideen sind schon vorhanden.

Bilder aus Kirrweiler: Zeugnisse der früheren Sommerresidenz am Edelhof, Fachwerkhäuser und viele Geschichten

Den Abschluss bildete Landstuhl mit seinem Konzept, den Burg-Nanstein-Wanderweg digital und multimedial aufzuwerten. Hier konzentriert man sich auf wenige, aber beeindruckende Objekte in exponierter Lage: die Ruine der Burg Nanstein, in der Franz von Sickingen als Besitzer zu Tode kam, ein original erhaltener Sockel aus der Keltenzeit und den Bismarckturm hoch über der Stadt, in dessen Nähe einst eine Sternwarte überregionale Bedeutung erlangte. Vier sehr verschiedene Themen also, die aber über Filme und Audios sowie ein szenisches Spiel erfahrbar gemacht und miteinander verbunden werden.

Sickingenstadt Landstuhl: Burg Nanstein, kultisches Relikt aus der Keltenzeit, Bismarckturm über der Stadt

Vier weitere spannende Projekte also, die nun in den nächsten Monaten von den lokalen Teams und den Studierenden umgesetzt werden.

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