Von Blücher, dem Rabenstuhl und dem vielleicht kleinsten Schulhof der Welt – mit Studierenden auf Exkursion in Kaub und Bacharach

KuLaDig-RLP meets BUGA beteiligt junge Kulturwissenschaftler:innen

In unserem Teilprojekt „KuLaDig-RLP meets BUGA29“ möchten wir – neben der flächendeckenden Erfassung relevanter Objekte in der Plattform KuLaDig – das kulturhistorische Potenzial des Welterbe-Gebiets Oberes Mittelrheintal vor allem in Form von Themenrouten recherchieren und aufbereiten, um es mithilfe digitaler Medien und Ausspielformate für die Bundesgartenschau und darüber hinaus für Einheimische wie Besucher:innen verfügbar zu machen. Den Auftakt dazu bildete im März 2025 eine Informationsveranstaltung mit Workshop in Oberwesel. Um diesen Prozess zu unterstützen und gezielt junge Menschen in den Schaffensprozess einzubeziehen, findet in diesem Wintersemester erstmals ein Projektseminar speziell zu unserem BUGA-Teilprojekt statt, mit Unterstützung von BUGA-Verantwortlichen und Expert:innen.

Dreizehn Studierende der Kulturwissenschaft an der Universität Koblenz nehmen an diesem Seminar teil und entwickeln in Kleingruppen Konzepte für insgesamt fünf Themenrouten. Es geht um Sagen, Legenden und Mythen, für die das Mittelrheintal wie kaum ein anderer Ort seit dem 19. Jahrhundert bekannt ist, aber auch um Künstlerinnen und Künstler in Malerei, Musik und Literatur früher und heute. Zudem soll eine Tour an Orte der Kriminalgeschichte führen (True-Crime-Stories). Ein Format befasst sich mit der Ausgestaltung einer Schiffstour von Koblenz nach Oberwesel durch Gamification. Zudem soll ein Social-Media-Fotowettbewerb dazu anregen, besondere Orte und Atmosphären des WOM kreativ und innovativ ins Kameraobjektiv zu nehmen. Seit Oktober recherchieren die Studierenden zu diesen Themen und Formaten, legen Stationen ihrer Touren fest, sammeln Medien, entwickeln spielerische Umsetzungen.

Die Studierenden im Seminarraum bei der Entwicklung spielerischer Formate und im Bacharacher Rathaussaal bei der Auswertung der Exkursion.

Damit die Studierenden sich einen unmittelbaren eigenen Eindruck vom besonderen Charakter des Welterbes Oberes Mittelrheintal machen können, haben wir zwei Exkursionen – eine nach Kaub und eine nach Bacharach – unternommen. Dabei ging es uns auch darum, bereits produzierte Medienformate durch Studierende als „User Experience“ testen zu lassen, um Erkenntnisse über Handhabbarkeit und Nutzerfreundlichkeit der Medien zu gewinnen und die Anwendungen weiterzuentwickeln. Getestet wurden neben den KuLaDig-Daten zu Kaub und Bacharach in Webanwendung und App auch die mit Actionbound umgesetzte digitale Schnitzeljagd „Mittelrhein-Eduventure“ in Kaub und diverse digitale (360-Grad-)Angebote in Bacharach.

In Kaub begaben wir uns auf die Spuren von Generalfeldmarschall Blücher und testeten die in Actionbound spielbare Schnitzeljagd, die nicht nur gut funktionierte, sondern den Studierenden viel Spaß machte. Gemeinsam mit der fiktiven Person Adam lösten sie diverse Aufgaben und halfen Blüchers Armee dabei, den eisigen Rhein zu überqueren.

Die Exkursion in Kaub begann am Blücherdenkmal und führte dann auf den Spuren Blüchers ins Stadtzentrum.

Thomas Merz vom Büro viriditas, mit dem wir im Rahmen des Projekts vielfältig kooperieren, begleitete uns in Bacharach. Einige der Anwendungen, die diesen pittoresken Ort der Rheinromantik digital erlebbar machen, wurden von seinem Büro erstellt und via KuLaDig verfügbar gemacht. Thomas Merz wusste zudem viel über die Ortsgeschichte zu erzählen. So führte er uns durch enge Gassen und verborgene Ecken oder zu einem kleinen Hof von wenigen Metern Grundfläche, der einst als Schulhof genutzt wurde. Die Studierenden konnten aber auch geplante Stationen ihrer Touren wie den Rabenstuhl am Rheinufer (Künstler-Route) oder die Werner-Kapelle (True Crime) unmittelbar erleben und sich Gedanken über die konkrete lokale Umsetzung ihrer Ideen machen.

Impression der Exkursion nach Bacharach: Von Bahnhof ging es an den Rhein und über die Altstadt hinauf in die Weinberge und zur berühmten Werner-Kapelle

Beide Exkursionen machten uns und den Studierenden großen Spaß. Es zeigte sich zum einen, dass ein systematisches User-Experience-Feedback wertvoll ist für das Optimieren bestehender Anwendung und die Entwicklung neuer Angebote und Plattformen. Und dass zum anderen das persönliche Begehen und Erfahren von Orten und ihrer besonderen Atmosphäre fundamental ist für das Erarbeiten von Touren-Konzepten und Medienformaten.

Die Erfahrungen aus den Exkursionen werden nun im Projektseminar ausgewertet und die Konzepte gemeinsam vorangetrieben. Anfang März werden wir an der Universität Koblenz einen Workshop mit Expert:innen zu den verschiedenen Themen veranstalten, um die konzipierten Themenrouten weiter auszuarbeiten.  Die Studierenden werden dabei die Workshops zu ihren Themen selbst moderieren. Ziel ist, am Ende des Wintersemesters Ende März spannende Konzepte für die fünf Themenrouten vorlegen zu können, die neben weiteren Ideen wie einer Tour zu alten Berufen, einem „musikalischen Rheinwanderweg“ oder einer Pflanzen-Tour an der Loreley im Laufe des Jahres zusammen mit dem Kooperationspartner viriditas Schritt für Schritt umgesetzt werden.

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