„Die große Erzählerin – wenn die Landschaft Geschichte(n) erzählt“

Innenministerium veröffentlicht Ausschreibung für die Teilnahme am Landesprojekt im achten Projektjahr 2026

Ende letzter Woche wurde die Ausschreibung für eine Teilnahme an unserem Landesprojekt im Projektjahr 2026 veröffentlicht (siehe unten). Im nächsten Jahr werden wieder etwa fünf Modellkommunen bei der Digitalisierung ihres kulturellen Erbes unterstützt.

Innenminister Ebling betont in seinem Schreiben an alle Kommunen in Rheinland-Pfalz, dass das Projekt besonders für den ländlichen Raum ein großes Potenzial biete, ihre einzigartige Kulturgeschichte kreativ zu präsentieren und aktiv für die eigene Entwicklung zu nutzen, etwa zur Förderung der regionalen Identität, zur Stärkung des Ehrenamts oder zur Belebung des Kulturtourismus.

Welch Nutzen eine Teilnahme am Landesprojekt für die jeweilige Kommune haben kann, wurde kürzlich in einem Beitrag in der September-Ausgabe von „Unsere Heimat Rheinland-Pfalz“ deutlich [hier der Link].

Eingriff in Naturräume: Kiesabbau in Weißenthurm, Bild: Nicole Hommen / Universität Koblenz-Landau

Rahmenthema für 2026

Die Teilprojekte 2025 wurden erstmals in der Geschichte unseres Projekts unter einem gemeinsamen Themenschwerpunkt – „Lebenswege der Geschichte: Biografische Spurensuche“– umgesetzt und auch im kommenden Jahr sollen sich alle Bewerbungen unter folgendem Rahmenthema unterordnen lassen: „Die große Erzählerin – wenn die Landschaft Geschichte(n) erzählt“.

Unter ‚Kulturlandschaft‘ versteht man das Ergebnis der Wechselwirkung zwischen natur-räumlichen Gegebenheiten und menschlicher Einflussnahme im Verlauf der Geschichte. Selbst scheinbar natürliche Objekte wie ein Wald oder ein Fluss sind kulturell überformt und Veränderungen unterworfen. Ein solcher Wandel ergibt sich traditionell durch Landwirtschaft, Weinbau, Forstwirtschaft, aber auch durch Rohstoffabbau oder durch landschaftsplanerische Maßnahmen wie eine Flussbegradigung. Heute kommen zunehmend Veränderungen durch den Klimawandel hinzu.
Im Projektjahr 2026 wollen wir den vielfältigen Einfluss des Menschen auf Naturräume und damit den historischen Wandel solcher Kulturlandschaften, teils schon seit der Antike, erfassen und in digital wie multimedial aufbereiteten Geschichten öffentlich sichtbar machen. Im Projekt hatten wir immer wieder Rahmenthemen, die den Wandel der Kulturlandschaft zum Thema hatten, etwa in Deidesheim (2019: „Weinkultur in Deidesheim“), Weißenthurm (2020: „Wirtschaftsentwicklung der Verbandsgemeinde Weißenthurm“), Dattenberg (2020: „Basaltabbau in Dattenberg“), Mayen und Mendig (2020: „Abbau von Basaltlava in Mayen und Mendig“) sowie Bendorf (2021: „Bendorfs industrielles Erbe“). Das in diesen Teilprojekten bereits anklingende thematische Schlaglicht des landschaftlichen Wandels soll in den Modellkommunen 2026 noch stärker ausgebaut werden. Seit wann gab es menschliche Eingriffe in die Landschaft, die heute noch in der Landschaft ablesbar sind? Wie haben diese die Identität der Menschen nachhaltig geprägt? Wie hat sich die Natur durch Landwirtschaft, Rohstoffgewinnung oder Industrialisierung verändert? Wie sah die Landschaft vorher aus? Gibt es (nachhaltige) Nutzungskonzepte für die Zeit danach? Wie wirkt sich der Klimawandel auf die Gestaltung land- oder forstwirtschaftlicher Nutzflächen aus?
Wenn Sie in Ihrem Ort über mehrere Kulturlandschaftsobjekte verfügen, anhand derer diese und ähnliche Fragen behandelt werden können, dann laden wir Sie herzlich zu einer Bewerbung ein“.

Aus der Ausschreibung für 2026

Hier die Ausschreibung zum Download.

Konkrete Infos zur Ausschreibung

Bis zum 31. Januar 2026 können alle Kommunen in Rheinland-Pfalz eine eigene KuLaDig-Vision entwickeln und sich mit einem lokalen Projektteam, einem spannenden Rahmenthema und einem schlüssigen Verwertungskonzept beim Projektteam von KuLaDig-RLP bewerben (ausgenommen sind die Kommunen, die bereits im Landesprojekt als Modellkommunen gefördert wurden). Fünf von ihnen werden als Modellkommunen im kommenden Jahr intensiv durch das Projektteam und studentische Arbeitsgruppen bei der Datenerhebung und der multimedialen Aufbereitung unterstützt. In unserem digitalen Leitfaden finden Sie verschiedene Anregungen und Best Practice-Beispiele aus bereits erfolgreich umgesetzten KuLaDig-Teilprojekten.

Die Teilnahme am Landesprojekt ist kostenlos. Jede Kommune erhält zudem eine Anschubfinanzierung in Höhe von jeweils bis zu 1.500 Euro, um Objekte multimedial oder inhaltlich anzureichern.

Weitere Informationen zu unserem Projekt, zu den Voraussetzungen für eine (erfolgreiche) Bewerbung/Teilnahme sowie zum Ablauf finden Sie in unserer beigefügten Ausschreibung sowie auf unserer Seite „FAQ“. Für Fragen und Tipps steht das Projektteam gerne unter kuladigrlp@uni-koblenz.de zur Verfügung.

Am Freitag, 12. Dezember 2025, können alle Interessierten von 10:00-11:00 Uhr und von 14:00-15:00 Uhr in einer Videokonferenz mit der Projektleitung Fragen rund um die Bewerbung stellen – in BigBlueButton (BBB) unter folgendem Link: https://bbb.uni-koblenz.de/b/pro-d64-r3q.

Hintergrundinformationen über uns

Ein paar Einblicke in unsere Arbeit, finden Sie in unseren beiden Videoclips…

… zur Projektarbeit:

… zu unseren Medien:

Ein Gedanke zu “„Die große Erzählerin – wenn die Landschaft Geschichte(n) erzählt“

Hinterlasse einen Kommentar