Ausschreibung für die Teilnahme am Landesprojekt unter dem thematischen Schwerpunkt „Lebenswege der Geschichte: Biografische Spurensuche“ veröffentlicht
Generationen von Menschen haben Rheinland-Pfalz gestaltet. Ob Adels- und Herrschergeschlechter, die mit politischen Entscheidungen, ihrem Siedlungs- und Burgenbau das Bundesland maßgeblich prägten, Unternehmer, die mit klugem Handeln ganze Industriestandorte schufen oder aber – nicht zu vergessen – die vielen Menschen aus dem einfachen Volk, die, ohne es zu wissen, Anteil am kulturellen Erbe unseres Landes nahmen.
Erstmalig möchten wir mit der heute vom rheinland-pfälzischen Innenministerium veröffentlichten Ausschreibung für die Modellkommunen 2025 (hier geht es zur Pressemitteilung) einen thematischen Fokus setzen, nämlich auf biografische Zugänge. Gibt es bei Ihnen im Ort ebenfalls historisch bedeutsame Personen oder Familien, die für den Ort prägend waren und deren Geschichte anhand von Orten und Objekten erzählt werden kann? Dann bewerben Sie sich für eine Teilnahme am Landesprojekt im Jahr 2025, um diesen Menschen ein Gesicht zu geben, und begeben Sie sich gemeinsam mit uns auf ihre Spuren. Dabei ist es nicht wichtig, ob Ihr Rahmenthema auf eine einzelne Person oder eine Gruppe, beispielsweise eine Familie oder Berufsgruppe, abzielt. Wichtig ist nur, dass diese Menschen eine kulturhistorische Bedeutung aufweisen, dass eine profunde Quellenlage vorliegt (Wissen und Medien zu den Personen) und dass ihre Geschichte an Orten und Objekten in Ihrer Kommune möglichst facettenreich erzählt werden kann.
In der Vergangenheit haben wir bereits mit unseren Partnerkommunen Menschen in den Blick genommen: Beispielsweise wurde in Kelberg die Geschichte von Gertrud Feiler, genannt Kamillen-Traud, an verschiedenen Orten erzählt und in Kelberg selbst anhand eines Erlebnisrundwegs sichtbar gemacht. In Diez haben wir dem Adelsgeschlecht Nassau-Oranien nachgespürt und in Annweiler am Trifels die Bedeutung der Salier und Staufer für den Ort und die Region herausgestellt. Friedrich Wilhelm Raiffeisens Wirken in der Region der heutigen Verbandsgemeinde Altenkirchen-Flammersfeld ist bis heute überregional spürbar, ebenso wie das industrielle Erbe von Unternehmern wie den Gienanths in Eisenberg, den Remys in Bendorf oder den Rheinbergers in Pirmasens nachklingt. Anhand der Biografien von auf dem örtlichen Friedhof bestatteten Menschen kann in Herxheim Ortsgeschichte durch verschiedene Epochen nachempfunden oder in Kaub der Beruf von Bergleuten, Lotsen, Rheinschiffern oder Künstlern anhand beispielhafter Personen bildlich gemacht werden.
Das immens wichtige Wissen von noch lebenden Zeitzeug:innen – ebenfalls in verschiedenen Modellkommunen bereits gesichert und in Form von Videoclips dokumentiert – kann natürlich mitgedacht werden. Zu nennen wären da beispielsweise die Erinnerungen der Marion von Gienanth, die Ausführungen von Marliese Kilp zur Rheinschifferei oder die Erzählungen ehemaliger Bergleute aus Eisenberg. Nicht zuletzt haben wir in Reenactment-Spielszenen historische Personen zu Worte kommen lassen, beispielsweise den Grafen Emich von Daun.
Im kommenden Jahr möchten wir diesen Fokus noch stärker akzentuieren und – gerne gemeinsam mit Ihnen – Rheinland-Pfalz weitere Gesichter verleihen. Wir freuen uns über Ihre Bewerbungen, die Sie uns bis zum 31. Januar 2025 per Post oder Mail (Kontaktdaten finden Sie in der Ausschreibung, s.u.) zuschicken können.
Wichtige Informationen zur Bewerbung
Wichtig für die Bewerbung ist, dass Sie ein lokales Projektteam gebildet haben, das eine eigene Vision für das Projekt entwickelt und ein schlüssigen Verwertungskonzept entworfen hat. Stellen Sie dies in Ihrer thematisch auf Biografien zugeschnittenen Bewerbung an das Projektteam von KuLaDig-RLP knapp, aber anschaulich und spannend dar. Alle Kommunen in Rheinland-Pfalz sind herzlich eingeladen (ausgenommen sind nur jene, die bereits im Landesprojekt als Modellkommunen gefördert wurden). Geplant ist, im kommenden Jahr fünf Modellkommunen bei der Datenerhebung und der multimedialen Aufbereitung intensiv zu unterstützen. In unserem digitalen Leitfaden finden Sie viele Anregungen und Best Practice-Beispiele aus bereits erfolgreich umgesetzten KuLaDig-RLP-Teilprojekten.
Wenn Sie sehen wollen, was wir seit 2019 gemacht haben, schauen Sie sich gerne unseren Videoclip an:
Die Teilnahme am Landesprojekt ist kostenlos. Jede Kommune erhält zudem eine Anschubfinanzierung in Höhe von jeweils bis zu 1.500 Euro, um Objekte multimedial oder inhaltlich anzureichern.
Weitere Informationen zu unserem Projekt, zu den Voraussetzungen für eine (erfolgreiche) Bewerbung/Teilnahme sowie zum Ablauf finden Sie in unserer beigefügten Ausschreibung sowie auf unserer Seite „FAQ“. Für Fragen und Tipps steht das Projektteam gerne unter kuladigrlp@uni-koblenz.de zur Verfügung. Am Freitag, 13. Dezember 2024, können alle Interessierten von 10:00-11:00 Uhr und von 14:00-15:00 Uhr in einer Videokonferenz mit der Projektleitung Fragen rund um die Bewerbung stellen – in BigBlueButton (BBB) unter folgendem Link: https://bbb.uni-koblenz.de/b/pro-d64-r3q.
(Titelbild: mit Bing.com erstellt, Prompts: Florian Weber)
Ein Gedanke zu “Jetzt bewerben und Rheinland-Pfalz 2025 ein Gesicht geben”