Vier Kommunen für die Verwertungsförderung 2024 ausgewählt

In den letzten Jahren gab es in rheinland-pfälzischen Kommunen, die ihre Kulturlandschaftsobjekte via KuLaDig einer breiten Öffentlichkeit verfügbar gemacht haben, verschiedenste Ideen, diese digitalen Inhalte auch unmittelbar an Ort und Stelle sichtbar zu machen oder – wie wir gerne sagen – „auf die Straße zu bringen“ . So entstanden etwa Stationen mit Infoplaketten und -tafeln, nicht selten künstlerisch besonders aufwändig und hochwertig gestaltete Orte, um Neugier zu entfachen und via QR-Codes eine Nutzung der digitalen Inhalte und Medien zu ermöglichen.

Beispiel für eine Infostele zu einem KuLaDig-Objekt in Dattenberg (Verwertungsförderung 2023)

An anderen Orten wurden Flyer gedruckt, um zu thematischen Touren zusammengefasste Objektgruppen zu bewerben. Diese Variante kommt ohne festinstallierte Schilder aus und lässt sich problemlos auch in den benachbarten Tourist-Informationen auslegen, was die Sichtbarkeit einmal mehr erhöht. Wiederum andere Kommunen richten Ihre Ansprache direkt an Familien und Kinder, planen beispielsweise die Gestaltung kindgerechter Broschüren, setzen teilweise auf Gamification-Elemente und Hands-on-Stationen. In unserem Leitfaden geben wir im dazugehörigen Kapitel (Kachel 11: Auf die Straße bringen) einen Überblick über verschiedene Ansätze und nachahmenswerte Ideen.

Einweihung der Infotafel zum Rundweg „Sankt Aldegund erleben“ (Verwertungsförderung 2022, links) und Flyer zum Themenweg „Landjudentum in Hottenbach“ (rechts).

Darüber hinaus aber unterstützen wir seit 2022 jährlich das Engagement der kommunalen Partner:innen mit unserer Verwertungsförderung, wie beispielsweise Kelberg bei der multimedialen Ausstattung des Themenwegs  „Spuren der Kamillen-Traud“ oder Kamp-Bornhofen bei der Erstellung von Stationen zum Thema „Flößerei und Schifferei“ (in Vorbereitung). Auf unsere Ausschreibung Mitte dieses Jahres gingen wieder einige sehr gute Bewerbungen ein und es fiel uns abermals schwer, eine Auswahl zu treffen. Um dem Engagement der Bewerberkommunen Rechnung zu tragen, werden wir – anders als anfangs geplant – vier statt drei Kommunen mit den durch das Innenministerium Rheinland-Pfalz bereitgestellten Mitteln fördern. Es handelt sich dabei um:

Bretzenheim

Dausenau

Nierstein

Welschneudorf

In Bretzenheim (Modellkommune 2022) wurden Objekte zum Rahmenthema „Fürsten, Grafen und Eremiten“ erstellt und zumindest schon digital in einer KuLaTour nutzbar gemacht. In Zukunft werden an den Objekten Infoschilder mit QR-Codes entstehen, die sowohl analoge, als auch digitale Informationen und Medien bereithalten.

Rekonstruktionsvorschlag des Ackertsturms in Dausenau (Bild: agentur etcetera).

In Dausenau (ebenfalls Modellkommune 2022) wurden neben verschiedenen Fachwerkhäusern und der Kirche Sankt Kastor auch diverse Bestandteile der einstigen mittelalterlichen Stadtbefestigung für KuLaDig erfasst und mit vier Videoclips ausgestattet. Um Einblicke in das einstige Aussehen der teils stark veränderten Baustrukturen zu ermöglichen, werden in Kürze auch virtuelle Rekonstruktionsvorschläge an zwei Objekten verfügbar gemacht.

Im virtuellen Raum des Niersteiner Rheinufers gibt es schon Stationen, bald folgen die analogen am Ort.

Dass die Lage Rhein für eine Stadt ganz vielfältige Auswirkungen haben kann, wurde in Nierstein (Modellkommune 2022) deutlich. In Zukunft sollen die verschiedenen Geschichten um schwimmende Tante-Emma-Läden, das einstige Freibad im Rhein, General Pattons Übergang am Ende des Zweiten Weltkriegs oder die Notlandung des Luftschiffs „Graf Zeppelin“ bei Kornsand an den Stationen einer ca. 3 Km langen Uferpromenade sichtbar gemacht.

Historische Abbildung einer Köhlerhütte bei Welschneudorf. Eine solche Hütte soll rekonstruiert werden.

In Welschneudorf lassen sich in den Wäldern der Umgebung viele verschiedene Orte und Objekte finden, die von vergangenen Handwerksberufen, beispielsweise der Köhlerei und Zeiten (archäologische Fundstellen) künden. Viele Objekte wurden bereits mit Unterstützung durch das KuLaDig-Kompetenzzentrum für RLP in KuLaDig verfügbar gemacht. In Zukunft soll ein Wanderweg mit ausgestalteten Stationen entstehen, beispielsweise soll der Nachbau einer Köhlerhütte auch Kinder und Familien ansprechen. In den kommenden Wochen werden die Maßnahmen von uns begleitet und umgesetzt, so dass in naher Zukunft die digitalen Informationen nochmal besser sichtbar sein werden.

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