Name: Prof. Dr. Hannes Kopf
Funktion: Präsident der Struktur- und Genehmigungsdirektion Süd, an der das KuLaDig-Kompetenzzentrum Rheinland-Pfalz angesiedelt ist.
Hintergrund: Nach seinem Abitur am Landauer Otto-Hahn-Gymnasium nahm Prof. Dr. Hannes Kopf ein Studium der Rechtswissenschaften an der Universität Mannheim auf, das er 1999 mit dem Ersten Juristischen Staatsexamen abschloss. Seinen Vorbereitungsdienst absolvierte er von 1999 bis 2002 im Bezirk des Pfälzischen Oberlandesgerichtes Zweibrücken.
Von 2002 bis 2003 arbeitete er als Rechtsanwalt im Büro der Kanzlei Lovells in Frankfurt am Main. Er trat im Anschluss als Beamter in die rheinland-pfälzische Landesverwaltung ein und war als Referent in den Ministerien für Umwelt, Forsten und Verbraucherschutz sowie für Wirtschaft, Verkehr, Landwirtschaft und Weinbau tätig. Des Weiteren wirkte er als Referent bei der Struktur- und Genehmigungsdirektion (SGD) Süd in Neustadt an der Weinstraße, wo er von 2010 bis 2014 die Leitung des Referates „Personalmanagement, Aus- und Fortbildung, allgemeine Rechtsangelegenheiten“ innehatte und stellvertretender Leiter der Abteilung „Zentrale Aufgaben“ war.
Von 2014 bis Mai 2016 amtierte er als Staatssekretär und Amtschef im Ministerium der Justiz und für Verbraucherschutz des Landes Rheinland-Pfalz. Danach wechselte er erneut zur SGD Süd und fungierte dort als Vizepräsident und als Leiter der Abteilung „Wasserwirtschaft, Abfallwirtschaft und Bodenschutz“. Nach seiner Wahl zum Vizepräsidenten des Rechnungshofs Rheinland-Pfalz übte er dieses Amt von Januar 2017 bis Mitte Juli 2018 aus und wechselte dann zum Ministerium des Innern und für Sport. Er fungiert dort als Leiter der Abteilung „Kommunalentwicklung und Streitkräfte“, bevor ihn Ministerpräsidentin Malu Dreyer mit Wirkung vom 01.01.2019 zum Präsidenten der Struktur- und Genehmigungsdirektion Süd ernannte. Prof. Dr. Hannes Kopf (* 19. Dezember 1974 in Landau in der Pfalz) ist verheiratet und hat drei Kinder.

Was bedeutet Ihnen kulturelles Erbe? Warum ist es für Sie so wichtig, sich dafür zu engagieren?
Geschichte ist ein Thema, das mich persönlich schon immer fasziniert und interessiert hat. Nur wenn wir wissen, wie sich unsere Welt entwickelt hat, woher wir kommen, können wir auch die Gegenwart besser verstehen. Auch die Geschichte in Rheinland-Pfalz verlief lange nicht so friedlich und demokratisch wie heute. Kriege oder Hungersnöte zwangen zum Beispiel einst die Menschen aus vielen Gegenden im heutigen Rheinland-Pfalz zum Auswandern. Wer sich mit solchen Themen auseinandersetzt, gewinnt sicher auch einen anderen Blick auf die heutige Zeit.
Deshalb ist es wichtig, diese Geschichten und das kulturelle Erbe zu erzählen. Genau das macht KuLaDig Rheinland-Pfalz. Unser Bundesland hat ein reichhaltiges und vielseitiges kulturelles Erbe, das wir nicht nur erfassen, digitalisieren und damit bewahren möchten, sondern wir wollen es vor allem erlebbar machen. So können wir viele Menschen erreichen, die sich sonst vielleicht nicht so aktiv für Geschichte interessieren und dazu beitragen, dass der Einsatz für Frieden und Demokratie sowie unser heutiger Wohlstand wertgeschätzt wird. All das ist möglich, wenn man sich mit seinem kulturellen Erbe befasst.
Was machen Sie konkret als Präsident der SGD Süd zur Bewahrung oder Präsentation des kulturellen Erbes?
Bei der Struktur- und Genehmigungsdirektion Süd ist das landesweit zuständige KuLaDig-Kompetenzzentrum Rheinland-Pfalz angesiedelt. Das unterstützt im Auftrag des Innenministeriums Kommunen, Ehrenamtliche und Interessierte dabei, das kulturelle Erbe ihres Heimatorts zu erforschen und aufzuarbeiten.

Als Präsident der SGD Süd bin ich häufig bei Kommunen, Institutionen, Vereinen oder auch Unternehmen zu Gast und mache auf das Projekt KuLaDig Rheinland-Pfalz und unser Kompetenzzentrum aufmerksam. Gerne unterstütze ich vor allem das Ehrenamt, beispielsweise Vereine bei der Suche nach Fördermöglichkeiten oder mit Besuchen vor Ort, um auf ihr Engagement und ihr Thema aufmerksam zu machen, etwa mit einer Ausstellungseröffnung oder einem Grußwort. Es ist mir auch wichtig, dass sich die Akteurinnen und Akteure im Land rund um das Thema kulturelles Erbe miteinander vernetzen. Daher ist es mir eine besondere Freude, dass die SGD Süd mit dem KuLaDig-Kompetenzzentrum Rheinland-Pfalz neben Ausstellungen oder Veranstaltungen einmal im Jahr das KuLaDig-Rheinland-Pfalz-Netzwerktreffen ausrichtet, das mittlerweile zu einer festen Größe im Land geworden ist.
Was planen Sie für die Entwicklung des KuLaDig-Kompetenzzentrums?
Wir möchten unseren Service und unsere Fähigkeiten weiter ausbauen. Dazu gehört unter anderem, verstärkt mit Künstlicher Intelligenz zu arbeiten, etwa zur Erstellung von Audios oder Videos, und die Vernetzung aller Player im Land weiter voranzutreiben. Mit der Universität Koblenz, den Hochschulen Kaiserslautern und Mainz sowie unserem Kooperationspartner ARGO Edutainment Solutions (Universität Trier) haben wir bereits hervorragende Partner, die für spannenden Content sorgen. Weitere werden sicher hinzukommen. Auch greifen wir gerne Ideen und Anregungen auf, wie beispielsweise den Wunsch einiger Kommunen, Vorlagen für eine einheitliche Beschilderung vor Ort zur Verfügung zu stellen, damit nicht jede Kommune das Rad neu erfinden muss und so Kosten spart.

Was wünschen Sie sich für die nächsten Jahre?
KuLaDig Rheinland-Pfalz ist ein sehr erfolgreiches Projekt, das immer beliebter wird. Ich hoffe sehr, dass diese Entwicklung so weitergeht und dass das Land weiterhin so hervorragend unterstützt. Dank des jüngsten Förderbescheids des Innenministeriums kann die Hochschule Kaiserslautern gemeinsam mit dem KuLaDig-Kompetenzzentrum die Plattform KuLaDig technisch ausbauen und so neue und spannende Präsentationsmöglichkeiten für das kulturelle Erbe schaffen. Schnittstellen zu anderen Datenbanken beispielsweise im Bereich des Tourismus werden KuLaDig noch attraktiver machen. Ich bin überzeugt, dass wir Kommunen und Ehrenamt damit noch besser unterstützen und ihre wertvolle Arbeit noch schöner präsentieren und bekannt machen können.
Hier geht es zur Webseite des KuLaDig Kompetenzzentrums an der SGD Süd
Porträt: H.-G. Merkel, SGD Süd; Andere Bilder: SGD Süd.