Staatssekretärin Simone Schneider würdigt ehrenamtliches Engagement und zeichnet Kommunen für die Digitalisierung ihrer Geschichte aus

KuLaDig-RLP-Netzwerktreffen 2024 in der Eifel

„Ihr ehrenamtlicher und kreativer Einsatz für die Geschichte und Kultur in unserem Land kann gar nicht hoch genug eingeschätzt werden“, würdigte Staatssekretärin Simone Schneider beim KuLaDig-Netzwerktreffen 2024 auf Schloss Malberg in der Eifel das Engagement von Bürgerinnen und Bürgern sowie Kommunen. Sie freute sich über das hohe Interesse an KuLaDig in Rheinland-Pfalz. KuLaDig steht für Kultur.Landschaft.Digital und ist ein Informationssystem des Landschaftsverbands Rheinland (LVR) zur Erfassung von kulturhistorisch relevanten Orten und Objekten. Auch in Rheinland-Pfalz wird es eingesetzt, um Objekte des kulturellen Erbes digital zu erfassen und für ganz verschiedene Nutzungskontexte kostenlos und nachhaltig verfügbar zu machen. Seit 2019 unterstützt das vom rheinland-pfälzischen Innenministerium und der Universität Koblenz geförderte Landesprojekt „Digitale Erfassung und Präsentation von Kulturlandschaften in Rheinland-Pfalz“ – kurz „KuLaDig-RLP“ und  Kommunen und Ehrenamtliche dabei, die Besonderheiten ihres Ortes zu digitalisieren und erlebbar zu machen. Seit 2022 gibt es das KuLaDig-Kompetenzzentrum an der SGD Süd, das alle KuLaDig-Projekte im Bundesland steuert und Ansprechpartner für alle rheinland-pfälzischen Bürger:innen ist. Diese fruchtbringende Zusammenarbeit zwischen Landesprojekt und Kompetenzzentrum zahlt sich aus: Rheinland-Pfalz kann einen stetig wachsenden Datenbestand in der Plattform KuLaDig verbuchen.

Eröffnende Grußworte durch Staatssekretärin Simone Schneider (MdI), SGD Süd-Präsident Prof. Dr. Hannes Kopf und Bürgermeisterin Janine Fischer

Das geht natürlich nicht ohne all die Menschen, ob Kommunen, Vereine oder Privatpersonen, die in Rheinland-Pfalz mit KuLaDig arbeiten. Aus diesem Grund veranstaltete das Kompetenzzentrum nun schon zum dritten Mal das Netzwerktreffen für alle mit KuLaDig arbeitenden Kommunen des Landes. Zu Beginn der Veranstaltung zeichnete  Staatssekretärin Schneider  insgesamt 18 Kommunen bzw. Landkreise für ihr besonderes Engagement aus. Jeweils acht Kommunen haben sich in den Jahren 2022 und 2023 erfolgreich am Modellprojekt in Zusammenarbeit mit der Universität Koblenz beteiligt, zwei weitere haben mit Unterstützung des KuLaDig-Kompetenzzentrums eigenständig ihre Objekte des kulturellen Erbes erhoben und in KuLaDig präsentiert.

Bildauswahl der Auszeichnungen der Kommunen durch Staatssekretärin Schneider. Auch in diesem Jahr moderierten Christine Brehm vom KuLaDig-Kompetenzzentrum und Florian Weber vom Modellprojekt gemeinsam die Vorstellung der Kommunen

Der Präsident der Struktur- und Genehmigungsdirektion Süd, Prof. Dr. Hannes Kopf, bedankte sich ebenfalls für das große Engagement und vor allem für die Gastfreundlichkeit des Fördervereins Schloss Malberg, der Verbandsgemeinde Bitburger Land sowie des Eifelkreises Bitburg-Prüm. Durch eine ganze Reihe von Impuls-Vorträgen konnten sich die über 100 Gäste in der brechend vollen Schlosskapelle über aktuelle Trends und Möglichkeiten der Digitalisierung sowie der zielgruppengerechten Aufbereitung von Geschichte und historischen Orten inspirieren lassen und sich darüber austauschen.

Input gefällig? Das reichhaltige Programm sah auch eine Reihe vielseitiger Impulsvorträge vor

KuLaDig-RLP-Projektleiter Prof. Dr. Michael Klemm und Mitarbeiter Florian Weber gaben einen Überblick über spielerische Ansätze (Gamification) und deren Nutzen für die digitale Geschichtsvermittlung, welche die Kommunen teilweise auch selbst gestalten könnten. Agenturchef Holger Lindner referierte über verschiedene Formen des Erzählens von Geschichten, insbesondere das Storytelling mit Audioformaten. Edgar Manz aus der Modellkommune Berglicht zeigte, dass es auch nach Abschluss des Teilprojekts weitergehen kann, indem er seine Pläne zur Nutzung eines ausrangierten Windrads als „Geomorphoskop“ (Aussichtsturm und Lernort zur Erdgeschichte) vorstellte. Prof. Dr. Matthias Pfaff von der Hochschule Kaiserslautern erstaunte die Teilnehmenden mit den schon heute verfügbaren Möglichkeiten der Mixed Reality (Einsatz von Virtual Design und KI in der Kulturvermittlung). Dr. Margit Göttert von der Forschungsgruppe Weiseler Geschichte(n) erläuterte, wie ein Verein von engagierten Bürger:innen seit den 1980er Jahren systematisch Wissen zur eigenen Ortsgeschichte erfasst und verfügbar macht. Simeon Guthier von der Universitätsbibliothek Mainz lud ein zur Teilnahme am neuen Kulturportal für Rheinland-Pfalz „Kreuz-Rad-Löwe“, das im November online gehen soll. Zum Abschluss warb Niels Becker (living-in-history.com) für den Erhalt von alten Gebäuden und dem Gestalten einer neuen Nutzungsform, wie sie auch im Rahmen des Schlosses Malberg geplant sind. 

Impressionen: Gruppenfoto der ausgezeichneten Kommunen, der Markt der Möglichkeiten im Kreuzgang, das gemeinsame Mittagessen in historischem Ambiente und die Schlossführung im Anschluss an das offizielle Programm

Neben dieser großen Bandbreite an Vorträgen konnten sich die Gäste im Arkadenbau des Schlosses in den Pausen auf dem „Markt der Möglichkeiten“ an den Ständen diverser Aussteller aus Rheinland-Pfalz zu digitalen Trends und Möglichkeiten informieren. Den Ausklang bildete eine Führung durch das beeindruckende Barockschloss Malberg, der wunderbaren Kulisse für das Netzwerktreffen 2024

KuLaDig-RLP-Modellkommunen des Jahres 2022 waren: Bellheim, Berglicht, Bretzenheim, Dausenau, Idar-Oberstein, Mackenbach, Nierstein und Treis-Karden.

KuLaDig-RLP-Modellkommunen des Jahres 2023 waren: Bad Sobernheim, Edenkoben, Kaub, Kirchheimbolanden, Kreis Kusel, Moselkern, Pirmasens und Traben-Trarbach.

Zudem wurden außerhalb der Förderung im Modellprojekt der Landkreis Eifel-Prüm und die Kommune Weisel für ihr besonderes Engagement ausgezeichnet.


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