KuLaDig-RLP beteiligt sich an zeitgeschichtlicher Vortragsreihe
Im Rheinland endete der Zweite Weltkrieg und damit auch die Herrschaft des NS-Regimes im Frühjahr 1945 in nur wenigen Wochen. Mit dem Einbrechen in den ersten Verteidigungsriegel des Westwalls bei Aachen und der Einnahme der westlichsten Großstadt des Deutschen Reichs im Oktober 1944 hatten die Alliierten östlich der Stadt an der Rurfront und in der Nordeifel in einem verlustreichen Stellungskrieg festgesessen. Mit der Überquerung der Flüsse Rur und Inde in der ‚Operation Rhineland‘ im Februar 1945 gelang den Alliierten der Befreiungsschlag und der weitere Weg an das Westufer des Rheins zwischen Neuss und Sinzig lag vergleichsweise offen. Am 18. März glückte der 12. US-Heeresgruppe unter Omar Bradley in der ‚Operation Lumberjack‘ das ‚Wunder von Remagen‘, die Eroberung der noch intakten Ludendorff-Brücke und die Bildung des ersten Brückenkopfes der Alliierten auf dem rechten Rheinufer. Schon am 10. März hatte der linke Flügel der 3. US-Armee unter General George Patton, von Trier kommend, Koblenzer Vororte auf dem nördlichen Moselufer besetzt. Bei Cochem gelang dem XII. US-Korps am 14. März der Übergang über die Mosel; die Angriffsspitzen erreichten Bingen am 20. März. Am Tag zuvor war Koblenz gefallen.

Von März bis Juni 2026 findet in Zusammenarbeit mit KuLaDig-RLP meets BUGA29 am Stadttheater Lahnstein eine
zeitgeschichtliche Vortragsreihe mit dem Titel „Die Amis kommen! – Das Kriegsende 1945 zwischen Koblenz und Kaub“ statt. Initiiert und koordiniert von Ulrich Linnemann, zuletzt Kurator auf der Marksburg, widmen sich an fünf Abenden ausgewiesene Kenner dem Thema. Wie endete der Zweite Weltkrieg zwischen Koblenz und Kaub? Wie war die hier lebende Bevölkerung zum Kriegsende eingestellt, welche Schicksale ergaben sich daraus? Wie sah vor Ort die ‚Stunde Null‘ und die alliierte Besetzung aus? Lassen sich auch heute, über 80 Jahre nach Kriegsende, noch Spuren dieser teilweise erbittert geführten Kämpfe und der risikoreichen Rheinüberquerungen der US Army finden? Diesen und anderen Fragen zum Kriegsende 1945 und zur ‚Stunde Null‘ zu beiden Seiten des Rheins zwischen Koblenz und Kaub geht die Vortragsreihe aus unterschiedlichen lokalgeschichtlichen Blickwinkeln nach und erschließt dabei auch unbekanntes Material.
An diesen Terminen werden folgende Themen behandelt:
- 17.03.26: Prolog: Erinnerungskultur und Citizen Science – Stadt Koblenz
- 14.04.26: Rheinübergänge bei Rhens und Brey
- 12.05.26: Rheinübergänge bei Braubach und Kaub
- 09.06.26: Braubach und Marksburg
- 23.06.26: Lahnstein, Rückschau und Abschlussdiskussion
Die Vortragenden sind erfahrene Privatforscher und Stadtarchivare, die sich schon seit längerem eingehend mit diesem Themenkomplex befasst und dazu verschiedentlich publiziert haben. Da die Veranstaltungsreihe Beiträge von Bürgerinnen und Bürgern zur Erinnerungskultur im digitalen Landesprojekt KuLaDig-RLP anregen und die Möglichkeiten von Citizen Science (Bürgerwissenschaften) darstellen möchte, sind auch wir beteiligt und werden sowohl am ersten Termin (17.03.26) mit einem Kurzvortrag / Prolog als auch an der Abschlussveranstaltung (23.06.26) im Rahmen der Podiumsdiskussion dabei sein.
Alle näheren Informationen finden Sie im Flyer zur Vortragsreihe:
Tickets für die Veranstaltungen finden Sie unter: