Am 24. Januar überreichte der Innenminister von Rheinland-Pfalz, Michael Ebling, in Kaub den Förderbescheid für die nächsten zwei Jahre unseres Landesprojekts an den Präsidenten der Universität Koblenz, Prof. Dr. Stefan Wehner, und Projektleiter Prof. Dr. Michael Klemm.



Das Innenministerium förderte das seit 2019 laufende Projekt zur Digitalisierung des kulturellen Erbes in ganz Rheinland-Pfalz bislang mit rund 370.000 Euro. Mit nun 284.000 Euro für die nächsten beiden Jahre wurde die jährliche Fördersumme nochmals deutlich erhöht, was das Projektteam als große Anerkennung für die bislang geleistete Arbeit empfindet. Dies geht einher mit einer partiellen Neuausrichtung von KuLaDig-RLP, denn – wie es sich für ein Modellprojekt gehört – werden auch im 7. und 8. Jahr wieder neue Wege beschritten, wie Projektleiter Michael Klemm in Kaub erläuterte. Die Modellkommunen folgen künftig einem gemeinsamen Rahmenthema – in 2025 „Lebenswege der Geschichte – Biografische Spurensuche“ (die Bewerbungsphase läuft noch bis Ende Januar). Zweitens wird in den nächsten Jahren der „KuLaDig-RLP-Campus“ aufgebaut, eine Web-Plattform , um den rheinland-pfälzischen Kommunen in Form von Tutorials, Webinaren und Veranstaltungen vor Ort Wissen zur digitalen und medialen Aufbereitung ihres kulturellen Erbes zu vermitteln. Und drittens bekommt das Projekt mit dem BUGA-2029-Gebiet Welterbe Oberes Mittelrheintal einen regionalen Schwerpunkt. Bis zur Bundesgartenschau soll das ganze Tal im Informationssystem KuLaDig erfasst werden, insbesondere mit ortsübergreifenden Routen zu ausgewählten Themen. Dabei werden die Erkenntnisse der ersten sechs Jahre eingebracht, etwa zu Experten- und Zeitzeugenvideos, zu virtuellen Räumen und Storymaps, zu Gamification und multimedialem Storytelling, wie dies schon in den Modellkommunen Kamp-Bornhofen, Kaub und Bacharach sichtbar ist. Hinzu kommen neue Ansätze, etwa die Nutzung von KI-Anwendungen.


Innenminister Ebling betonte vor der Übergabe des Förderbescheids die große Bedeutung des kulturellen Erbes für die Identitätsstiftung im Lande und lobte die Qualität der bisherigen Ergebnisse im Zusammenspiel von Projektteam und den vielen ehrenamtlichen lokalen Teams. Uni-Präsident Wehner zeigte sich beeindruckt, wie viele Menschen vor Ort durch das Projekt der Koblenzer Kulturwissenschaft mobilisiert werden.
Es war in der Tat erstaunlich, wie viele Menschen den Weg zur Förderbescheidübergabe gefunden haben, darunter viele Mitglieder des lokalen Teams in Kaub und vom historischen Verein in Weisel, ohne deren ehrenamtliches Engagement und Fachwissen solche Projekte nicht durchführbar wären. Auch der ehemalige Innenminister Roger Lewentz, Mitinitiator des Projekts vor sechs Jahren, hatte es sich nicht nehmen lassen, der Übergabe beizuwohnen.




Dem Innenminister wurden einige der digitalen und multimedialen Projektergebnisse in Kaub demonstriert, etwa der Audioguide, der nun durch das Lotsenmuseum führt. Am Wilhelm-Erbstollen, dem einst größten Stollen der Region für den Abbau von Dachschiefer, zeigte Wilfried Radloff die mit ihm als Experten produzierten Videoclips zum historischen Bergbau. Thomas Merz demonstrierte den mit Laserscans erfassten virtuellen 3D-Rundgang durch das Gelände und die damit eröffneten Möglichkeiten der Wissensvermittlung. Dr. Peter Ferdinand, Geschäftsführer des Interdisziplinäres Zentrum für Lehre der Universität Koblenz, demonstrierte das „Mittelrhein-Eduventure“, eine digitale Schnitzeljagd zum Rheinübergang Blüchers 1813/14 an Originalschauplätzen, die in einer Kooperation des Projektteams mit dem damaligen Institut für Wissensmedien entwickelt wurde.
Solche spannenden Anwendungen werden in den nächsten Jahren Schritt für Schritt im ganzen BUGA-Gebiet entstehen. Auch für die Universität Koblenz und die Koblenzer Kultur- und Medienwissenschaft eine große Chance, sich mit ihrem vielfältigen Wissen und Können in der Region einzubringen. Das Projektteam freut sich aber ebenso, mit den fünf neuen Modellkommunen des Jahres 2025 „biografische Spurensuchen“ im ganzen Land zu gestalten und mit möglichst vielen Bürger:innen über den KuLaDig-RLP-Campus in Kontakt zu treten. Fest geplant ist zudem die Teilnahme am Rheinland-Pfalz-Tag in Neustadt / Weinstraße und das vierte Netzwerktreffen am 2. September an einem ganz besonders geschichtsträchtigen Ort, nämlich auf dem Hambacher Schloss.
Hier die Pressemitteilung des Innenministeriums.
2 Gedanken zu “Auf zu neuen Ufern: KuLaDig-RLP startet in die nächsten Jahre mit veränderter Ausrichtung”